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JAHRESABSCHLUSS ERSTELLEN UND VERÖFFENTLICHEN:
WISSENSWERTES FÜR UNTERNEHMEN

Viele Unternehmen müssen am Ende eines Geschäftsjahres einen Jahresabschluss erstellen. Die konkreten Regelungen zu dessen Aufstellung, Fristen sowie weitere wichtige Details haben wir hier zusammengetragen.

Jahresabschluss erstellen und veröffentlichen

Der Jahresabschluss ist der rechnerische Abschluss des kaufmännischen Geschäftsjahres und in Deutschland von großer Bedeutung. Mit dessen Aufstellung wird nicht nur die Ordnung der steuerlichen Angelegenheiten eines Unternehmens belegt. Soll ein Kredit bei einer Bank beantragt werden oder wird eine Zusammenarbeit mit neuen Geschäftspartnern angestrebt, kann durch den Jahresabschluss die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zum Jahresende dargestellt sowie durch Zahlen aus der Buchhaltung belegt werden.

Wer einen Jahresabschluss erstellen will, benötigt in jedem Falle buchhalterisches Wissen. Deshalb übertragen viele Selbstständige und Unternehmer diese Aufgabe erfahrenen Buchhaltern oder Steuerberatern, wenn sie selbst keine entsprechenden Kenntnisse haben. Warum ist das wichtig? Mit seiner Unterschrift bestätigt der Unternehmer beziehungsweise der Experte die Richtigkeit aller Angaben des Jahresabschlusses – falsche Angaben könnten negative Folgen nach sich ziehen, und zwar ganz unabhängig davon, ob diese mit oder ohne Absicht gemacht wurden.

Wer hat die Pflicht, einen Jahresabschluss zu erstellen?

Grundsätzlich muss in Deutschland jeder Kaufmann im Sinne des HGB einen Jahresabschluss erstellen. Der Gesetzgeber unterscheidet zwar zwischen Kaufleuten und Formkaufleuten, für die Pflicht zur Erstellung des Jahresabschlusses ist der exakte Kaufmannstitel jedoch nicht von Belang. Demnach sind alle OHGs, KGs sowie Kapitalgesellschaften wie GmbHs und AGs zur Aufstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet.

Eine Ausnahme gibt es bei Kleingewerbetreibenden, die grundsätzlich keinen Jahresabschluss aufstellen müssen. Wer sich aber freiwillig ins Handelsregister eintragen ließ und den Titel eingetragener Kaufmann trägt, ist wiederum zur Erstellung des Jahresabschlusses verpflichtet.

Wann muss man den Jahresabschluss erstellen?

Der Jahresabschluss muss immer zum Ende eines Wirtschaftsjahres aufgestellt werden. Dieser sogenannte Bilanzstichtag ist gesetzlich vorgegeben und muss eingehalten werden. Er fällt häufig auf den 31. Dezember, doch es muss nicht zwangsläufig dieses Datum sein, sondern es kann auch ein abweichendes gewählt werden. Dies ist oft dann möglich, wenn eine Inventur zu einem anderen Zeitpunkt sinnvoller wäre als zum Jahresende.

Woraus besteht ein Jahresabschluss?

Der Jahresabschluss besteht grundsätzlich aus mehreren Dokumenten, die in Abhängigkeit von der Unternehmensart in ausführlicher oder gekürzter Form erforderlich sind. Grundsätzlich sind Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung die essenziellen Bestandteile des Jahresabschlusses. Bei Kapitalgesellschaften kommt außerdem noch ein Anhang hinzu. Handelt es sich um eine mittelgroße oder große Kapitalgesellschaft, muss der Jahresabschluss außerdem um einen Lagebericht ergänzt werden.

Für den Anhang des Jahresabschlusses gelten besondere Regelungen und Bedingungen, die die Aufstellung betreffen. Diese sind nur für Personengesellschaften und Konzerne relevant; Kapitalgesellschaften haben hingegen grundsätzlich die Pflicht, ihren Jahresabschluss um einen Anhang zu ergänzen.

Freiberufler und Kleinunternehmer sind übrigens von der Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses befreit – stattdessen reicht es bereits, wenn sie am Ende des Geschäftsjahres die weniger anspruchsvolle Einnahmenüberschussrechnung machen.

Wer muss den Jahresabschluss veröffentlichen?

Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses ist eine weitere Pflicht vieler Unternehmen. Generell sind alle Kapitalgesellschaften dazu verpflichtet, ihren Jahresabschluss offenzulegen. Allerdings gelten für kleine Gesellschaften etwas andere Regelungen: Sie müssen nicht den gesamten Jahresabschluss veröffentlichen, sondern lediglich Teile davon. So ist es beispielsweise beim Jahresabschluss einer kleinen GmbH erforderlich, nur eine zusammengefasste Bilanz und einen verkürzten Anhang offenzulegen.

Auch Personengesellschaften müssen ihren Jahresabschluss veröffentlichen, das gilt jedoch nur für solche Unternehmen, deren persönlich haftender Gesellschafter keine natürliche Person ist. Ein Beispiel für eine solche Personengesellschaft wäre eine GmbH & Co. KG. Zudem gibt es eine Sonderregelung hinsichtlich der Publizitätspflicht für alle Unternehmen, die einen Jahresabschluss erstellen müssen. Für sie gilt nämlich die Pflicht zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses auch dann, sobald sie in drei aufeinanderfolgenden Jahren über die folgenden Angaben kommen:

  • Bilanzsumme > 65 Mio. €
  • Umsatzerlöse > 130 Mio. €
  • Arbeitnehmer > 5.000

 

Publizitäts- und Prüfungspflicht für Jahresabschlüsse

Seit 2006 müssen alle Jahresabschlüsse im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt werden. Zuvor ist der Jahresabschluss samt des Lageberichts von einem Abschlussprüfer zu prüfen. Dies kann nur von einer zur Prüfung berechtigten Person geschehen – je nach Unternehmen können es entweder Wirtschaftsprüfer, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder auch vereidigte Buchprüfer sowie Buchprüfungsgesellschaften sein.

Beim Jahresabschluss spielt die Veröffentlichung eine wichtige Rolle: Dieser Schritt dient nämlich nicht nur der Feststellung, dass die Buchhaltung eines Unternehmens korrekt ist. Gerade kleinere Firmen profitieren davon, wenn deren finanzielle Lage von anderen Unternehmen besser beurteilt werden kann, um beispielsweise Kooperationen einzugehen.

Jahresabschluss mit oder ohne Steuerberater erstellen?

In den meisten Fällen wird der Jahresabschluss von der Buchhaltung des Unternehmens erstellt. Doch nicht jedes Unternehmen hat eine eigene Buchhaltung, sondern lässt diese extern erledigen. Oftmals greift man dabei auf Steuerberater zurück, die dann bei Bedarf die kompletten steuerrechtlichen Angelegenheiten übernehmen.

Der Vorteil, den einige Steuerkanzleien bieten, ist, dass sie auch die Prüfung des Jahresabschlusses übernehmen können. Dafür muss die Kanzlei Wirtschafts- beziehungsweise Buchprüfer beschäftigen. So erhalten Mandanten auf Wunsch mehrere Leistungen aus nur einer Hand.

Ein nicht unwichtiger Punkt, wenn man den Jahresabschluss von einem Steuerfachmann erstellen lässt, ist natürlich die Kostenfrage. Der Experte muss sich an die Steuerberatergebührenverordnung halten, die einen Kostenrahmen für jede seiner Tätigkeiten vorgibt. Für die Erstellung eines Jahresabschlusses darf der Steuerberater zwischen 100 und 400 % der Mittelgebühr berechnen. Letztere errechnet sich aus der Bilanzsumme und der betrieblichen Jahresleistung. Für den Anhang fallen zusätzliche Kosten von mindestens 20 % der Mittelgebühr an.