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KAPITALERTRÄGE IN DER STEUERERKLÄRUNG RICHTIG ANGEBEN

Nicht immer müssen Kapitalerträge in der Steuererklärung angegeben werden. Doch abgesehen von der verpflichtenden Angabe, kann es in manchen Fällen sogar von Vorteil sein, die Anlage KAP seiner Steuererklärung beizufügen. Wir klären auf.

Kapitalerträge in der Steuererklärung richtig angeben

Wer Einnahmen aus Kapitalanlagen erzielt, muss diese versteuern. Zwar sollte 2009 mit der Einführung einer einheitlichen Abgeltungssteuer die Besteuerung vereinfacht werden, sodass diese Einnahmen in der Einkommensteuererklärung nicht mehr angegeben werden müssen. Wirklich gelungen ist das aber nicht: Es gibt immer wieder Fälle, in denen die Kapitalerträge in die Steuererklärung gehören.

Was sind Kapitalerträge?

Kapitalerträge sind Gewinne, die aus der Nutzung des eigenen Geldkapitals erzielt werden. Dabei kann es sich beispielsweise um Zinsen oder Dividenden handeln. Wer es ganz genau wissen will, findet eine ausführliche Auflistung aller möglichen Kapitaleinkünfte im § 20 Einkommensteuergesetz – wobei beachtet werden muss, dass diese Auflistung ausdrücklich nicht abschließend ist. Bei den folgenden Einnahmen handelt es sich um die für Privatpersonen wichtigsten Kapitalerträge:

  • Zinsen aus Sparguthaben, Tages- und Festgeldern, usw.
  • Zinsen aus Privatdarlehen
  • Dividenden
  • Gewinne aus dem Verkauf von Kapitalversicherungen (Abschlussdatum nach 2004)
  • Kursgewinne
  • Erträge aus Fonds

 

Grundsätzlich müssen all die genannten Einnahmen versteuert werden, sofern sie den Sparerpauschalbetrag von 801 bzw. 1.602 € bei einzeln bzw. zusammen veranlagten Personen übersteigen. Die sogenannte Abgeltungssteuer, welcher Kapitalerträge seit 2009 unterliegen, wird direkt einbehalten, sodass eine Angabe in der Einkommensteuererklärung nicht nötig ist. Es gibt allerdings einige Ausnahmen, wie z. B. Zinsen für Privatdarlehen oder Einkünfte aufs Auslandsguthaben.

Wann muss man Kapitalerträge in die Steuererklärung eintragen?

Die Abgeltungssteuer hat den Vorteil, dass mit ihr alle Steuern auf Kapitalerträge abgegolten sind. Diese Steuer kann jedoch nicht auf alle Kapitalerträge erhoben werden, weshalb manche Beträge dennoch in die Steuererklärung gehören. In solchen Fällen findet die Anlage KAP Verwendung, die dem ausgefüllten Mantelbogen der Steuererklärung beigefügt wird. In folgenden Situationen muss die Anlage KAP ausgefüllt und zusammen mit der Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden:

  • Wenn man kirchensteuerpflichtig ist, aber der Bank keine Mitteilung darüber vorliegt.
  • Es wurde kein Freistellungsauftrag der Bank erteilt.
  • Wenn man in- oder ausländische Kapitalerträge erzielt hat, auf die bisher keine Steuern gezahlt worden sind.

 

Es kann auch Fälle geben, in denen der Steuerzahler beispielsweise bestimmte Steuervergünstigungen oder Sozialleistungen beantragen will. In beiden Fällen zählen Kapitalerträge zum Einkommen und müssen in der Steuererklärung eingetragen werden. Das gilt außerdem dann, wenn eine steuerbegünstigte Lebensversicherung ausbezahlt wurde – auch diese Geldsumme muss bei der Steuererklärung angegeben werden. Einzige Ausnahme stellen Verträge dar, die vor 2005 abgeschlossen wurden sowie eine Laufzeit von mindestens zwölf Monaten haben: Dann bleibt die Auszahlung steuerfrei und unterliegt keiner Abgeltungssteuer.

Anlage KAP freiwillig ausfüllen

Auch wenn man nicht dazu verpflichtet ist, die Anlage KAP seiner Einkommensteuererklärung beizufügen, sollte man sie in einigen Fällen dennoch nicht unbeachtet lassen. Oft kann sich eine freiwillige Abgabe lohnen und es gibt Geld vom Staat zurück. In den folgenden Fällen kann es sich durchaus lohnen, seine Kapitalerträge in der Anlage KAP anzugeben:

  • Freistellungsauftrag wurde vergessen oder zu niedrig angesetzt
  • Im Falle einer Günstigerprüfung gilt ein ermäßigter Steuersatz auf Kapitalerträge
  • Wenn Rentner den Altersentlastungsbetrag in Anspruch nehmen können
  • Wenn bei einem Finanzinstitut Gewinne und bei einem anderen Verluste erwirtschaftet wurden
  • Höhe der Abgeltungssteuer und der Pauschbeträge

 

Wichtige Info

Seit 2015 gilt: Wer in seiner Freistellungserklärung nicht auf die Religionszugehörigkeit hingewiesen hat, ist verpflichtet, die Anlage KAP ausgefüllt seiner Einkommensteuererklärung beizufügen.

Mit der Abführung der Abgeltungssteuer gilt jede Steuerschuld, bezogen auf Kapitaleinkünfte, als abgegolten. Das trifft auch dann zu, wenn der persönliche Steuersatz über dem pauschalen Abgeltungssteuersatz liegt. Die Steuer auf Kapitalerträge liegt bei 25 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags (etwa 5,5 %) und gegebenenfalls der Kirchensteuer (8 oder 9 %), die auf die Abgeltungssteuer erhoben werden. Abhängig davon, ob man zur Zahlung der Kirchensteuer verpflichtet ist oder nicht, liegt der individuelle Steuersatz bei rund 24,4 beziehungsweise 25 %, während die gesamte Steuerbelastung zwischen rund 26,4 und 28 % beträgt.

Fristen zur Abgabe der Anlage KAP

Da die Anlage KAP nur zusammen mit der Einkommensteuererklärung abgegeben werden kann, müssen bei der Abgabe dieselben Fristen beachtet werden, die auch für die Steuererklärung gelten. Wer seine Unterlagen selbst abgeben möchte, muss zunächst den 31. Mai beziehungsweise den 31. Juli (ab 2018) des auf das Steuerjahr folgenden Jahres beachten. Diese Frist gilt jedoch lediglich für diejenigen, die zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind.

Wer sie freiwillig abgibt, hat vier Jahre Zeit, und zwar bis zum 31. Dezember beziehungsweise 28. Februar für Steuererklärungen ab 2018. Überlässt man die Bearbeitung und das Einreichen der Unterlagen einem Steuerberater, kann er die Anlage KAP samt der Steuererklärung bis spätestens Ende des Jahres einreichen.