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WAS SIND SONDERAUSGABEN
UND WIE KANN MAN SIE ABSETZEN?

Bei der Steuererklärung geht es für jeden vor allem darum, möglichst viele Kosten anzusetzen, welche die Steuerlast mindern. Neben den Werbungskosten sind dabei besonders die Sonderausgaben interessant, denn hier können zahlreiche Dinge geltend gemacht werden.

Was sind Sonderausgaben?

Sonderausgaben, die in einer Steuererklärung geltend gemacht werden, reduzieren genau wie Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen das zu versteuernde Einkommen. Der Fiskus setzt für die Sonderausgaben üblicherweise eine Pauschale von 36 € pro Jahr für Alleinstehende und 72 € bei Ehepaaren und Lebenspartnern an. Da viele Steuerzahler aber deutlich höhere Kosten haben, die sie als Sonderausgaben geltend machen können, lohnt es sich genau zu überprüfen, welche Beträge hier angesetzt werden dürfen.

Sonderausgaben: So werden sie definiert

Was genau sind Sonderausgaben? Laut Definition des Einkommensteuergesetzes zählen hierzu solche Kosten, die weder Werbungskosten noch Betriebsausgaben sind. Allerdings können hierbei nicht einfach alle sonstigen Kosten angesetzt werden, denn nur ausgewählte Ausgaben können als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.

Ein wichtiger Bereich bei den Sonderausgaben sind die Vorsorgeleistungen. Darunter fallen verschiedene Ausgaben, die steuerlich berücksichtigt werden können, wenn sie entsprechend nachgewiesen werden. Vor allem die Altersvorsorge ist ein wichtiges Thema, bei dem man als Steuerzahler genau überlegen sollte, ob man hier Ausgaben abzusetzen hat.

Rentenversicherung und weitere Vorsorgeaufwendungen absetzen

Möchte man in seiner jährlichen Einkommensteuererklärung Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben geltend machen, sind vor allem die Beiträge zur Rentenversicherung interessant. Denn nicht nur die gezahlten Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung kann man als angestellter Arbeitnehmer steuerlich absetzen, sondern auch einige private Rentenversicherungen, wie z. B. Rürup- oder Riester-Renten. Allerdings erkennt das Finanzamt nur einen Teil der Beiträge an.

Dieser Anteil wird jährlich erhöht, für das Jahr 2017 werden beispielsweise 84 % der Rentenversicherungsbeiträge berücksichtigt. Ab dem Jahr 2025 werden die Kosten für die Rentenversicherung dann zu 100 % steuerlich anerkannt.

Was zählt zu den Sonderausgaben?

Neben der Altersvorsorge sollte man beim Ausfüllen der Steuererklärung außerdem an die gezahlten Beiträge zur Kranken- sowie der Pflegeversicherung denken. Auch diese Ausgaben können als Sonderausgaben geltend gemacht werden, da sie ebenfalls der Vorsorge dienen und steuerrechtlich zum Bereich sonstige Vorsorgeaufwendungen gehören. In diesem Bereich können Steuerzahler maximal 1.900 € pro Jahr anrechnen lassen. Bei Selbstständigen erhöht sich der Betrag auf 2.800 €, da diese die Versicherungsbeiträge komplett selbst tragen müssen.

In vielen Fällen kommt man bereits mit den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung an die Höchstgrenze bei der Absetzbarkeit. Andernfalls gibt es die Möglichkeit, Versicherungen als Vorsorgeaufwendungen anzugeben, wie etwa:

  • Arbeitslosenversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Unfallversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Risikolebensversicherung

 

Diese kurze Auflistung macht deutlich, dass es zahlreiche Versicherungen gibt, die als Sonderausgaben anerkannt werden können. Allerdings müssen solche Versicherungen immer den Zweck der Vorsorge haben. Eine Hausratversicherung kann man z. B. nicht steuerlich absetzen, da es sich um eine Sachversicherung handelt, wohingegen eine Kfz-Haftpflichtversicherung sowie eine Zahnzusatzversicherung absetzbar sind.

Welche Kosten kann man sonst noch als Sonderausgaben geltend machen?

Aber nicht nur Versicherungen, die der Vorsorge dienen, können unter Umständen als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Hier gibt es verschiedene Dinge aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen, die als Sonderausgaben angegeben werden können.

Zahlt man beispielsweise Unterhalt an den Ex-Partner, können diese Ausgaben steuermindernd angerechnet werden. Gleiches gilt auch für die gezahlte Kirchensteuer sowie Spenden für steuerbegünstigte Zwecke. Außerdem können die Kosten für eine Erstausbildung als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.

Info

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können pro Kind bis zu 4.000 € Betreuungskosten im Jahr abgesetzt werden.

Eltern, die Kinderbetreuungskosten aufwenden, können diese in der Steuererklärung angeben. Allerdings müssen dafür einige Bedingungen erfüllt werden:

  • Das Kind darf nicht älter als 14 Jahre sein.
  • Es muss dauerhaft im Haushalt des Steuerzahlers leben.
  • Der Steuerzahler muss Kindergeld für das betreffende Kind erhalten.

 

Daneben können Steuerzahler die Kosten für ihre Erstausbildung als Sonderausgaben steuerlich anerkennen lassen. Allerdings gibt es hierbei einen Haken: Da man beispielsweise während eines Studiums und manchmal auch während einer Ausbildung kein Geld verdient, kann man auch keine Sonderausgaben geltend machen. Die Ausbildungskosten können nur in dem Jahr angesetzt werden, in dem sie angefallen sind. Außerdem gilt hier eine Höchstgrenze von 6.000 €.

Für Personen, die Unterhalt an ihren Ex-Partner zahlen, kann das Thema Sonderausgaben auch in dieser Hinsicht interessant werden, denn Unterhaltszahlungen können entweder als Sonderausgaben oder als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Um den gezahlten Unterhalt als Sonderausgaben steuermindernd anerkennen zu lassen, muss der Partner, der die Zahlung erhält, diesem innerhalb der Steuererklärung zustimmen.

Auf diese Weise kann der Unterhaltszahler pro Steuerjahr bis zu 13.805 € absetzen. Der Unterhaltsempfänger wiederum gibt den erhaltenen Betrag als sonstige Einkünfte an. Stimmt der Ex-Partner diesem sogenannten Realsplitting nicht zu, gibt es noch die Möglichkeit, den Unterhalt als außergewöhnliche Belastung anerkennen zu lassen. Hierbei gilt ein Höchstbetrag von 8.820 € pro Jahr.