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STEUERBERATER ENTLASTEN
PRIVATPERSONEN UND UNTERNEHMEN ENORM

Ein Steuerberater kann in vielen Situationen ein wichtiger Ansprechpartner sein – ob für Unternehmer, Freiberufler oder für Privatpersonen. Wir erklären, welche Aufgaben der Experte übernimmt, wann er sich lohnt und warum ein guter Steuerfachmann so wichtig ist.

Die deutsche Gesetzgebung ist in Sachen Steuern kompliziert und verliert sich oft in Details und Ausnahmen. Wohl dem, der einen guten Steuerberater hat und die Bearbeitung aller steuerlichen Angelegenheiten auf diese Weise ganz beruhigt einem Fachmann überlassen kann. Einen guten Steuerberater zu finden, ist jedoch nicht immer ganz leicht, denn nicht nur die fachliche, sondern auch die zwischenmenschliche Komponente ist wichtig.

Steuerberater: Aufgaben und Tätigkeitsbereiche

Der Aufgabenbereich eines guten Steuerberaters umfasst die Hilfe bei steuerlichen Fragen, die Beratung in betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten und die Vertretung bei finanzgerichtlichen Prozessen. Zudem gehören neben der Buchführung und der Erstellung von Steuererklärungen auch die Aufstellung von Jahresabschlüssen und die Überprüfung von Steuerbescheiden zum möglichen Dienstleistungsumfang. In der Praxis kümmert sich der Steuerberater auch um einen Teil der Finanzen seines Mandanten sowie um die Korrespondenz mit dem Finanzamt.

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Kompetente Steuerberater dienen dabei als bevollmächtigte Mittler zwischen dem Finanzamt und ihren Mandanten und erhalten anfallende Schreiben direkt – unter Umständen erfährt der Mandant sogar erst von seinem Steuerberater, dass es eine Streitigkeit mit dem Finanzgericht gab und der Berater sich um das Problem eigenverantwortlich gekümmert und es gelöst hat. Das hat eine deutliche Entlastung des Mandanten zur Folge; ein gutes Vertrauensverhältnis ist in solchen Fällen ebenso wichtig wie die fachliche Kompetenz des zuständigen Beraters.

Übrigens: In anderen Rechtsgebieten (z. B. Zivil- oder Strafrecht) darf der Steuerberater ebenso wenig wildern, wie er die Prüfung von Konzern- oder Jahresabschlüssen übernehmen darf. Letzteres gehört zu den Vorbehaltsaufgaben der Wirtschaftsprüfer. Der Steuerberater hat aber die Möglichkeit, zusätzlich ein Examen als Wirtschaftsprüfer abzulegen – wer einen Betrieb oder ein Unternehmen sein Eigen nennt, kann natürlich von der Zusammenarbeit mit einem Steuerberater, der sich an dieser Stelle weitergebildet hat, profitieren. Vor allem große Steuerberaterkanzleien bieten oft zusätzlich eine Wirtschaftsprüfung oder eine Rechtsberatung an.

Steuerberater: Hervorragend ausgebildet und auf Herz und Nieren geprüft

Wer sich Steuerberater nennen will, muss eine Prüfung ablegen; es reicht nicht etwa aus, sich in Sachen Steuerrecht schlau zu lesen und ein Büro zu mieten. Damit soll sichergestellt werden, dass Mandanten eine hohe Arbeitsqualität erwarten können, wenn sie einen Steuerberater beauftragen. Im sogenannten Steuerberatungsgesetz (StBerG) wird festgehalten, dass eine Steuerberaterprüfung (Examen) und die anschließende Bestellung von der lokalen Steuerberaterkammer für eine Berufsausübung zwingend erforderlich sind (§ 37 StBerG).

Das Steuerberaterexamen gilt dabei als eine der härtesten Berufsprüfungen der Bundesrepublik, sodass jährlich nur 40 bis 50 % der Kandidaten bestehen – die Verantwortung eines Steuerberaters ist groß, weshalb die Steuerberaterkammern nur die besten Anwärter aufnehmen. Eine Praxiserfahrung von mindestens zehn Jahren als Steuerfachangestellter, Bilanzbuchhalter oder Finanzbeamter gilt deshalb ebenfalls als Voraussetzung, damit ein Kandidat überhaupt zur Prüfung antreten darf. Alternativ hat der Betriebswirtschaft oder Rechtswissenschaften studiert und kann zwei Jahre Berufserfahrung vorweisen.

Strenge Regeln – Steuerberater müssen sich an ein striktes Standesrecht halten

Unter dem Begriff Standesrecht versteht man das vom Staat übertragene Recht eines Berufsstandes, sich selbst zu verwalten – sprich sicherzugehen, dass die Kollegen nichts Unrechtes tun oder den eigenen Berufsstand verunglimpfen. Da der Steuerberater eine für seinen Mandanten enorm wichtige Funktion ausübt und in vielen Fällen über dessen finanzielles Wohl entscheiden muss, wird hier ein extrem strenges Standesrecht durchgesetzt: Laut § 32 StBerG ist der Steuerberater ein Freiberufler und darf keinem Gewerbe nachgehen, nicht einmal nebenberuflich. Die Steuerberaterkosten werden stattdessen durch die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) festgelegt.

Provisionen anzunehmen, ist ihm ebenso verboten wie das Betreiben von Werbung. Hierbei wird es für den Steuerberater etwas knifflig, denn sachliche Werbung ist ihm erlaubt. Da in der Praxis die Unterscheidung zwischen sachlicher und kommerzieller Werbung fließend ist, distanzieren sich Steuerberater oft von Werbung jeder Art. Wer einen geeigneten Steuerberater finden will, muss daher mitunter etwas länger und sehr aktiv suchen – Bewertungsportale im Internet können an dieser Stelle eine große Hilfe sein.

Ein guter Steuerberater bietet seinem Mandanten umfangreiche Sicherheiten

Wissenswert

Will ein Steuerberater eine ihm übertragene Aufgabe nicht annehmen, muss er sich laut 63 § StBerG unverzüglich erklären und dem Mandanten dokumentiert darlegen, warum er die Aufgabe ablehnt.

Mit der Tätigkeit des Steuerberaters geht eine große Verantwortung einher, weshalb laut § 51 StBerG ff. eine Versicherungspflicht für den Steuerexperten besteht. Dazu gehört eine Haftpflichtversicherung, die alle Tätigkeiten eines Steuerberaters umfasst. Die Höhe der Versicherungssumme beträgt dabei mindestens 250.000 €, während die Jahreshöchstleistung der Versicherung bei mindestens 1.000.000 € liegen muss. Kommen die allgemeinen Auftragsbedingungen (AAB) zum Tragen, haftet die Versicherung mit dem Vierfachen der gesetzlich vorgegebenen Mindestversicherungssumme. Das hört sich kompliziert an, ist in der Praxis aber simpel – die AAB greifen einfach immer dann, wenn der Mandant keine besonderen Vereinbarungen mit seinem Steuerberater getroffen hat.

Generell bewahrt ein guter Steuerberater seinen Mandanten vor Schaden und stellt sicher, dass er eine umfassende Beratung erhält. Außerdem sorgt ein kompetenter Steuerberater nicht nur dafür, dass sein Mandant alle entsprechenden rechtlichen Schritte versteht, sondern bemüht sich auch darum, dass dieser anschließend in Eigenregie weitere Entscheidungen treffen kann. Dafür ist ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen nötig – umgangssprachlich ausgedrückt, muss die Chemie zwischen dem Mandanten und seinem Steuerberater stimmen. Wenn es an dieser Stelle allerdings kriselt, sollte die Suche nach dem passenden Steuerberater fortgesetzt werden.