Steuerberater-Angebot: Worauf man achten sollte

Der deutsche Steuerdschungel ist für den normalen Bundesbürger kaum zu durchdringen. Kein Wunder, denn unser Steuergesetz gehört europaweit zu den kompliziertesten. Wer keine Lust hat, sich jedes Jahr aufs Neue hinzusetzen und stundenlang nachzurechnen, Bücher zu wälzen und im Anschluss trotzdem kaum schlauer als vorher dazustehen, tut gut daran, sich einen Steuerberater zuzulegen. Als streng geprüfter und durch ein striktes Standesgesetz überwachter Berufsstand sind Steuerberater durch die Bank hinweg zuverlässig, kompetent und vor allem verantwortungsbewusst. Zusätzlich darf ein Berater keine Nebentätigkeit ausüben (§ 32 StBerG) und muss seinem Mandanten obendrein mit einer Haftpflichtversicherung eine zusätzliche Sicherheit geben (§ 51 StBerG). Bevor der Mandant einem Berater jedoch sein persönliches finanzielles Wohl anvertraut, sollte ein Steuerberater-Angebot eingeholt werden. Hier kann bereits eine Menge über den Berater erfahren werden, denn sowohl die Arbeitsweise als auch die Kosten des Steuerberaters lassen sich so recht gut aufschlüsseln.

Wie man das Steuerberater-Angebot aufschlüsselt

Wer sich von seinem Steuerberater ein Angebot machen lässt, sollte ein paar Tipps beachten.

Zwar kann sich der angehende Mandant das Steuerberater-Angebot natürlich auch schriftlich zukommen lassen, die bessere Alternative ist es jedoch, dem Steuerberater in einem Erstgespräch auf den Zahn zu fühlen. Zwar haben Steuerberater im Grunde genommen gar keine andere Wahl als kompetent zu sein (die Prüfung gehört mit einer Durchfallquote von durchschnittlich 60 % zu den härtesten Deutschlands), doch in einem persönlichen Gespräch kann man einfacher abschätzen, ob die zukünftige Zusammenarbeit angemessen leicht von der Hand gehen wird. Außerdem muss die Chemie zwischen Berater und Mandant stimmen, denn eine starke Vertrauensbasis stellt hier bereits die halbe Miete dar.

Übrigens: Das Erstgespräch wird von vielen Steuerberatern nicht berechnet. Das ist jedoch eine reine Kulanzsache und muss nicht so ablaufen, denn der Berater kann auch dieses Gespräch durchaus in Rechnung stellen (natürlich nicht, ohne den Mandanten vorher darüber zu informieren).

Wer nach der Unterhaltung auf sein Steuerberater-Angebot schaut, wird dort für die gewünschte Beratung eine Gebühr wiederfinden die, je nach Aufwand, mehr oder weniger hoch ausfällt. Steuerberater müssen sich an die StBVV (Steuerberatervergütungsverordnung) halten (§ 64 Abs. 1 StBerG) und auf Nachfrage des Mandanten auch genau erklären, was sie warum in Rechnung stellen – die dazugehörigen Tabellen und Kategorien lassen sich im Anhang der StBVV einsehen. Die im Steuerberater-Angebot veranschlagten Kosten richten sich dabei nach dem Wert des Objektes, dem voraussichtlichen Zeitaufwand und der Art der Aufgabe. Eine einfache Beratung ist z. B. deutlich günstiger als ein Jahresabschluss. Innerhalb dieser Grenzen kann der Berater das Honorar jedoch mit sogenannten Faktoren herauf- oder heruntersetzen, indem die für den Gegenstandswert ermittelte Grundgebühr damit multipliziert wird. Eine einfache Beratung besitzt z. B. einen Faktor von 1/10 bis 10/10, während der erwähnte Jahresabschluss mit 10/10 bis 40/10 einen der höchsten Faktoren besitzt. Legt man das Steuerberater-Angebot nun neben die Tabelle und rechnet nach, kann man mit geringem Zeitaufwand herausfinden, in welchem Rahmen sich die Gebühren bewegen. Gang und gäbe ist ein gemittelter Wert, doch je nach Arbeitsaufwand ist selbst das absolute Maximum gerechtfertigt: Ein Steuerberater-Angebot für die Aufarbeitung und das Aufräumen der gesamten Steuersituation der letzten Jahre oft nicht billig, rentiert sich aber auf lange Sicht enorm.

Was das Steuerberater-Angebot über den Berater aussagt

Dementsprechend ist das günstigste Angebot nicht unbedingt das Beste, denn ein guter Berater wird nicht nur die Akten seines Mandanten in Ordnung bringen und mit dem Finanzamt kommunizieren (mit einer Vollmacht sogar ohne dass der Mandant damit belästigt wird), sondern auch von sich aus beraten und aktiv versuchen, die wirtschaftliche Situation seines Mandanten zu verbessern. Wer ein Steuerberater-Angebot von jedem Berater in seiner näheren Umgebung einholt, kann die Angebote also vergleichen und im Optimalfall mithilfe der Tabelle aufschlüsseln – so erkennt man nicht nur die Preisgestaltung des Beraters, sondern auch seine Herangehensweise und den Umfang der Beratungsleistungen. Auch wenn diese Themen bereits im Erstgespräch behandelt werden sollten, ist ein nachträglicher Vergleich aller eingeholten Angebote sehr empfehlenswert, denn nur so schafft sich der Mandant einen umfangreichen Überblick über die eingeholten Steuerberater-Angebote und kann im Anschluss das attraktivste wählen.

Tipp: Ebenfalls sehr gut geeignet sind Online-Bewertungsportale, denn hier wurde der Vergleich für den Leser bereits vorgenommen: Durch die hinterlassenen Mandantenmeinungen kann der Leser in der Regel recht genau abschätzen, ob die Arbeitsweise und die Preisgestaltung des betreffenden Steuerberaters seinen Geschmack treffen, und im Anschluss ein Angebot einholen.