Warum ein Steuerberater bei Erbschaftsfällen nicht wegzudenken ist

Die Situation ist allgemein bekannt und gefürchtet: Mit dem Ausscheiden des alten Vorstandes oder Geschäftsführers geht ein Unternehmen an einen Nachfolger. Was letzten Endes für den Betriebsnachfolger bleibt, kann allerdings weitaus weniger sein als angenommen – und das kann für das Unternehmen ernsthafte finanzielle Probleme bedeuten. Ebenso kann es beim Antreten des Erbes zu bösen Überraschungen kommen, wenn die Freibeträge nicht eingehalten wurden oder das Erbe mit einer enormen Menge an Schulden verbunden ist. Es ist aus diesem Grund immer anzuraten, einen Steuerberater bei Erbschaftsfällen einzuschalten. Vor dem Antreten der Nachfolge kann der Blick eines Fachmannes bares Geld wert sein. Hier einen kompetenten Steuerberater zu finden lohnt sich, denn die zu entrichtende Gebühr ist im Vergleich mit den zu erwartenden Einsparungen oft mehr als gerechtfertigt. Wer sich auf Bewertungbörsen wie bewertet.de umschaut, findet oft einen geeigneten Steuerberater in der Region und kann obendrein leicht aktuelle Mandantenmeinugen vergleichen.

Einen Steuerberater im Erbschaftsfall hinzuzuziehen, ist immer eine hervorragende Idee.

Achtung: Es ist in Steuerberaterkreisen hinlänglich bekannt, der Normalbürger wird von der Nachricht jedoch oft überrascht – das Recht zur Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer wurde vom Bundesverfassungsgericht im Jahr 2014 als unannehmbar eingestuft. Der Grund dafür ist, dass die sogenannte Privilegierung für die Erben von Betriebsvermögen sich nicht mit dem Grundgesetz deckt: Der Gleichbehandlungsgrundsatz wird an dieser Stelle nicht erfüllt.

Einen Steuerberater bei Erbschaftsfällen einzuschalten lohnt sich also doppelt, denn die neue Form des Gesetztes wird erst am 30.6.2016 verkündet. Wer bis dahin nicht sehr vorsichtig mit der Formulierung seines Nachlasses vorgeht, kann mit dem Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung potentiell eine Menge Geld verlieren, denn ein sogenannter Vertrauensschutz besteht hier gegenüber einer Neuregelung nur in den seltensten Fällen. Wer sich nicht der “exzessiven Ausnutzung der gleichheitswidrigen Vorschriften im ErbStG” (Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 17. Dezember 2014 1 BvL 21/12) schuldig machen möchte, zieht unbedingt einen Steuerberater bei Erbschaftsfällen hinzu.

Hilfe durch den Steuerberater: Bei Erbschaftsfällen gibt es wichtige Details

Zunächst gilt es bei einem Erbschaftsfall (und im Übrigen auch bei einer Schenkung) grundsätzlich den sogenannten Freibetrag zu beachten. Eheleute in der Steuerklasse 1 freuen sich über einen steuerfreien Freibetrag von 500.000 € und können einer Erbschaft damit im Regelfall sehr gelassen entgegensehen. Kinder erhalten immerhin 400.000 € als Freibetrag – und das von jedem Elternteil. Wer einen Steuerberater bei Erbschaftsfällen einschaltet, kann bei höheren Summen jedoch deutlich mehr erhalten. Praktisch unverzichtbar wird der Berater für Freunde, Lebensgefährten und entfernte Verwandte. Der Freibetrag in Höhe von 20.000 € kann erstaunlich schnell überschritten werden. Der zu entrichtende Prozentsatz orientiert sich ebenfalls an den Verwandtschaftsverhältnissen und beträgt bei Eheleuten und Kindern bereits 7 % bis 30 %. Entfernte Verwandte und Freunde entrichten hingegen satte 30 % bis 50 %.

Nicht wegzudenken ist der Steuerberater bei Erbschaftsfällen im betrieblichen Rahmen, denn hier hängt das Wohl und Wehe des Unternehmens vom Ergebnis der Erbschaft ab. Momentan sieht es für Unternehmer noch gut aus: Mit einem Verschonungsabschlag bis 85 % (in seltenen Fällen bis 100%) geht das Leben am Arbeitsplatz im Normalfall wie gewohnt weiter. Durch die weiter oben beschriebene verfassungswidrige Privilegierung wird sich dieser Umstand jedoch drastisch ändern – wer hier als Geschäftsführer keinen kompetenten Steuerberater an der Hand hat, kann in arge Bedrängnis kommen. Voraussichtlich werden zumindest die vom Unternehmen ausgehenden Zuwendungen an gemeinnützige Einrichtungen weiterhin von der Steuer befreit.

Wann sich der Steuerberater bei Erbschaftsfällen besonders lohnt

Wer überlegt, einen Steuerberater bei Erbschaftsfällen einzuschalten, sollte dies vor allem dann tun, wenn es um Immobilien geht. Das Steuerrecht ist an dieser Stelle sehr kulant und steht, bei der richtigen Angabe von Benutzung und Bewertung der Immobilie, fest aufseiten des Erben. Auch hier gilt wieder, dass Eheleute von erheblichen steuerlichen Vorteilen profitieren. Leben die Eheleute in einer Gütertrennung, kommen einige besondere Vorschriften zum Tragen – der steuerfreie Zugewinnausgleich kann an dieser Stelle z. B. verschenkt werden oder es kann zu einer Zugewinngemeinschaft gewechselt werden. Im betrieblichen Bereich sollte man zwar die bereits erwähnten Verschonungsregeln ausnutzen, dabei aber vorsichtig zu Werke gehen.

Achtung: Besondere Vorsicht sollte bei Auslandsvermögen walten. Wer hier keinen Steuerberater bei Erbschaftsfällen hinzuzieht, wird unter Umständen doppelt besteuert, da auch das ausländische Finanzamt einen Teil des Erbes verlangen kann. Je nach Höhe des Erbes verhält es sich generell so, dass die korrekte Abwicklung der Besteuerung die Kosten des Steuerberaters mit Leichtigkeit wieder einspielt.