Der Steuerberater-Vergleich: Worauf sollte man achten?

Die Situation ist altbekannt: Im neuen Jahr steht die Steuererklärung vor der Tür und kostet Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen mit ihrer Komplexität und unzähligen Sonderfällen eine Menge Zeit und Nerven. Wer sich nicht lange mit dem komplizierten deutschen Steuergesetz auseinandersetzen möchte, holt die Hilfe eines Steuerberaters ein und lehnt sich entspannt zurück.

Der richtige Steuerberater-Vergleich ist nicht leicht durchzuführen.

Auch Jahresabschlüsse oder gar Unternehmensgründungen gehen mit der Hilfe eines kompetenten Steuerberaters leicht von der Hand. Vorher steht allerdings ein ausgiebiger Steuerberater-Vergleich an, denn keine zwei Berater gleichen sich in ihrer Arbeitsweise, der Art des Kundenkontaktes oder dem Umfang der erbrachten Arbeitsleistung. Wie man einen aussagekräftigen Steuerberater-Vergleich durchführt und worauf man dabei dringen achten sollte, lesen Sie in dem folgenden Guide.

Wie man den Steuerberater-Vergleich angehen sollte

Zunächst das Wichtigste: Größer ist nicht zwingend besser. Wer vor der Wahl zwischen einer Einzelkanzlei und einer enorm großen, international tätigen Gesellschaft steht, wird in vielen Fällen auch mit der klassischen Steuerkanzlei gut bedient sein. Der Knackpunkt beim Steuerberater-Vergleich ist die Funktion, welche der Berater letztendlich erfüllen soll – müssen nur ein paar Ungereimtheiten aus der Welt geschafft und die jährlichen Steuererklärungen erledigt werden, sind vor allem Privatpersonen bei kleineren Kanzleien gut aufgehoben. Wichtig ist in diesem Fall vor allem eine gute Chemie zwischen Steuerberater und Mandant, denn die Offenlegung der Vermögensverhältnisse ist ein großer Vertrauensbeweis. Zur Beruhigung: Steuerberater gehen durch eine harte Schule und verpflichten sich obendrein keine Nebenbeschäftigungen auszuüben (§ 32 StBerG). Auch eine Versicherungspflicht besteht, weshalb der Berater im Zweifelsfall für entstandenen Schaden haftet (§ 51 StBerG).

Handelt es sich anstelle einer Privatperson um ein Unternehmen, kommen beim Steuerberater-Vergleich ein paar zusätzliche Faktoren auf: Neben der Beratung in Bezug auf alltägliche Steuerfragen muss hier auch eine Kompetenz in Sachen Buchführung und Jahresabschuss bestehen. Etwas größere Sozietäten bieten zumeist auch eine umfangreiche Unternehmensberatung an.

Tipp: Wer einen Steuerberater-Vergleich durchführt, kann als Geschäftsführer auch eine Kanzlei mit einem Wirtschaftsprüfer auswählen, falls er die Dienste eines solchen benötigen wird. Außerdem gilt sowohl für Privatpersonen als auch für kleine bis mittlere Unternehmen, dass die Räumlichkeiten des Beraters im Idealfall nicht zu weit entfernt liegen sollten – die persönliche Beratung ist immer noch am effektivsten und auch durch einen umfangreichen Schriftverkehr kaum zu ersetzen.

Wirklich große Unternehmen wenden sich in der Regel an weltweit tätige Steuerberatungsgesellschaften, welche auch das komplizierte internationale Steuerrecht mit Leichtigkeit beherrschen und die wirtschaftliche Vertretung vor den höchsten Instanzen übernehmen. Hier stellt sich beim Steuerberater-Vergleich lediglich die Frage, wie umfangreich die spezialisierten Abteilungen der Großkanzlei ausfallen und ob auch andere rechtliche Fragen z. B. durch die Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten oder vereidigten Buchprüfern angegangen werden können (§ 50 Abs. 2 StBerG).

Auf welche Eigenschaften man beim Steuerberater-Vergleich achtgeben sollte

Ebenso wie die Größe der Kanzlei beim Steuerberater-Vergleich nicht zwingend ausschlaggebend ist, sind auch die günstigen Angebote nicht immer die attraktivsten. Da eine gute Steuerberatung langfristig ausgelegt ist, können die Gebühren vor allem zu Beginn etwas höher ausfallen – Steuerberater richten sich nach einer sogenannten Gebührenverordnung (§ 64 Abs. 1 StBerG), die für jeden erdenklichen Fall eine sehr genaue Aufschlüsselung des zu entrichtenden Honorars enthält. Im Zweifelsfall lohnt sich ein Blick auf die Rechnung, doch allgemein gilt, dass höhere Steuerberaterkosten ein Hinweis darauf sind, dass der Berater sehr gründlich arbeitet. Wurden alle dringenden Probleme gelöst, pendeln sich die laufenden Kosten schnell wieder ein.

Weitere bei einem Steuerberater-Vergleich wichtige Eigenschaften sind neben den Kosten, der Größe und der Art des Mandantenkontaktes z. B. die Einhaltung von Terminen und die Offenlegung der berechneten Leistungen. Ein angemessener Zeitraum für eine Reaktion des Beraters sind drei Tage. Ruft der Steuerberater nicht innerhalb dieser Frist zurück, sollte man sich nach einem neuen umschauen. Auch der Fluss an Informationen muss stimmen: Gesetzesänderungen und wichtige Ereignisse müssen schnell und effektiv an den Mandanten weitergeleitet werden, komplett mit der Erklärung der Folgen für seine persönliche finanzielle Situation. Bei einem Steuerberater-Vergleich ebenfalls wichtig ist, dass der betreffende Berater für seinen Mandanten eigenständig aktiv wird und ihm Möglichkeiten aufzeigt, wie er seine Vermögenssituation verbessern und absichern kann. Ein umfangreiches Erstgespräch ist an dieser Stelle stark zu empfehlen.

Übrigens: Der Steuerberater darf das Erstgespräch durchaus berechnen – in der Praxis sind viele Berater aber so kulant, hier keine Gebühren zu veranschlagen. Wer einen Steuerberater-Vergleich durchführt und für das Erstgespräch eine Rechnung erhält, sollte aber nicht sofort die Schotten dichtmachen, denn unter Umständen war das Gespräch so umfangreich und ergiebig, dass es eher als Beratung zu verstehen ist. Der Steuerberater wird den Mandanten aber in jedem Fall vorher über diese Entwicklung aufklären.