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WAS IST DIE STEUERBERATERGEBÜHRENVERORDNUNG?

Wer sich mit den Gebühren für Steuerberater beschäftigt, kommt um die Steuerberatergebührenverordnung nicht herum. Dort sind die wichtigsten Regelungen zu den möglichen Honoraren von Steuerkanzleien enthalten und können von jedem frei eingesehen werden. Wir erklären das Wichtigste zu dieser Verordnung und wie die Kosten ermittelt werden.

Was ist die Steuerberatergebührenverordnung?

Die meisten, die sich an eine Steuerkanzlei wenden, möchten im Voraus wissen, was die Leistung des Experten kosten soll. Die Enttäuschung ist dann oftmals groß, wenn man keinen konkreten Preis erfährt. Ein Steuerberater kann nicht völlig frei darüber bestimmen, welches Honorar er für eine konkrete Leistung verlangt. Denn er muss sich an das Gesetz halten und dieses besagt, dass die Kosten für die Leistungen von Steuerberatern in der sogenannten Steuerberatergebührenverordnung geregelt sind.

Diese Verordnung kann von jedermann kostenlos eingesehen werden und ist auch online verfügbar. Im Jahr 2013 wurde sie aktualisiert, wodurch auch die Preise für Steuerberater etwas angehoben wurden. Mit der Überarbeitung im Jahr 2016 sind sogar neue Regelungen in Kraft getreten. So dürfen die Steuerberater nun vom gesetzlich vorgegebenen Rahmen nach oben oder unten abweichen, müssen ihre Mandanten jedoch schriftlich darauf hinweisen. Darüber hinaus wurde die Mindestgebühr von 10 € aufgehoben. Man sollte also darauf achten, dass man sich in einer aktuellen Verordnung über die Steuerberaterpreise informiert.

So ist die Steuerberaterverordnung aufgebaut

Die Steuerberaterverordnung findet man häufig auf den Internetseiten vieler Steuerberater. Diese Verordnung unterscheidet verschiedene, einzelne Leistungen, die eine Steuerkanzlei für ihre Mandanten übernehmen kann und regelt die entsprechenden Gebühren für Steuerberater. Die Aufteilung nach den Dienstleistungen sieht wie folgt aus:

  • Beratung und allgemeine Hilfestellung
  • Buchführung und Jahresabschlüsse
  • Außergerichtliche und gerichtliche Vertretung

 

Des Weiteren findet man in der Steuerberatergebührenverordnung eine Reihe von Tabellen, die die einzelnen Leistungen enthalten und einen Kostenrahmen dafür vorgeben. Diese Tabellen sind ebenfalls nach Schwerpunkten aufgeteilt. Insgesamt enthält die Gebührenverordnung für Steuerberater fünf Tabellen mit diesen Schwerpunkten:

  • Tabelle A: Beratungstabelle
  • Tabelle B: Abschlusstabelle
  • Tabelle C: Buchführungstabelle
  • Tabelle D: Landwirtschaftliche Buchführung
  • Tabelle E: Rechtsbehelfstabelle

 

Wichtig

Das Honorar des Steuerexperten wird erst mit der Beendigung der ihm übertragenen Aufgaben fällig – auch das ist in der Steuerberatergebührenverordnung ganz klar geregelt.

Wie werden die Steuerberatergebühren berechnet?

Wer sich in der Gebührenverordnung für Steuerberater über die möglichen Kosten informieren möchte, muss zunächst wissen, wie die einzelnen Gebühren berechnet werden. Denn bei dieser Verordnung handelt es sich nicht um einen Katalog, in dem einzelne Leistungen des Steuerfachmanns mit den entsprechenden Preisen aufgelistet sind. Ein bisschen Rechenarbeit ist auch bei der Ermittlung der Steuerberaterpreise erforderlich.

Das Wichtigste zur Kostenermittlung ist zunächst der sogenannte Gegenstandswert. Dieser muss in der Regel zuerst bestimmt werden: Wenn beispielsweise eine Einkommensteuererklärung für ein Jahresbruttogehalt von 40.000 € erstellt wird, dann sind die 40.000 € der Gegenstandswert, von dem man ausgeht. Bei der Aufstellung eines Jahresabschlusses ist es wiederum der Mittelwert zwischen der berichtigten Bilanzsumme und der betrieblichen Jahresleistung.

Nachdem der Gegenstandswert ermittelt wurde, gilt es, die sogenannte volle Gebühr zu bestimmen. Letztere muss den Tabellen A bis E entnommen werden. Im Falle einer Einkommensteuererklärung wie in unserem Beispiel beträgt die volle Gebühr gemäß der Tabelle A genau 902 €. Im nächsten Schritt sucht man den §24 der Verordnung und anschließend die entsprechende Aufgabe, in unserem Fall die Nr. 1: Für die Erstellung einer “[…] Einkommensteuererklärung ohne Ermittlung der einzelnen Einkünfte […]” erhält der Steuerberater 1/10 bis 6/10 der vollen Gebühr, also 90,20 € bis 541,20 €.

Einen exakten Preis wird kaum ein Steuerberater nennen können, denn die Höhe der tatsächlich erhobenen Gebühr hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Wer beispielsweise gut sortierte, vollständige Unterlagen, die für die Steuererklärung benötigt werden, dem Berater zur Verfügung stellt, kann mit einer geringeren Gebühr rechnen, denn damit reduziert man den Aufwand des Experten. Des Weiteren kann es sein, dass Kanzleien in Großstädten höhere Gebühren verlangen als ihre Kollegen in ländlicheren Regionen.

Bitte beachten Sie

Wer die Unterstützung eines Steuerberaters bei Streitigkeiten vor dem Finanzgericht in Anspruch nimmt, muss sich jedoch an der Bundesgebührenordnung für Rechtsanwälte orientieren.

Kanzleien können auch Zeit- und Pauschalgebühren verlangen

Nicht immer wird eine Steuerkanzlei mit einer Aufgabe beauftragt, die eine Gebührenberechnung in Abhängigkeit der vollen Gebühr möglich und auch sinnvoll macht. Wer den Steuerberater regelmäßig benötigt, z. B. für die laufende Buchhaltung oder die Lohnbuchhaltung, kann sich auf eine Zeit- oder Pauschalgebühr einigen. Die Steuerberatergebührenverordnung sieht das Erheben einer Zeitgebühr in solchen Fällen vor, in denen eine Schätzung des Gegenstandswerts nicht möglich ist. Eine Pauschalgebühr kann der Berater wiederum für einzelne laufende Tätigkeiten für einen Auftraggeber verlangen.

Wovon machen Steuerberater die Gebühren abhängig?

Zwar sind die Steuerberater in Deutschland an die Steuerberatergebührenverordnung gebunden, dennoch lässt letztere einen gewissen Spielraum bei der Honorargestaltung zu.

Unser Tipp

Sollte das Vertrauen zum Steuerberater aus irgendwelchen Gründen gestört sein und die Rechnungen zu hoch erscheinen, können Mandanten diese bei ihrer örtlichen Steuerberaterkammer kostenlos auf die Richtigkeit überprüfen lassen. Auch ein Wechsel des Steuerberaters sollte in solchen Fällen ernsthaft in Betracht gezogen werden.

Das liegt daran, dass jeder Fall ganz individuell ist und auch die gleiche Aufgabe, wie z. B. die Erstellung einer Steuererklärung beim selben Mandanten, mal mehr und mal etwas weniger aufwendig sein kann. Für einen erhöhten Aufwand darf der Berater selbstverständlich eine höhere Gebühr berechnen.

Bei der Berechnung der Kosten halten sich viele Steuerberater an die Mittelgebühr: Diese entspricht der Hälfte der Summe von Mindest- und Höchstgebühr für eine konkrete Tätigkeit. In unserem Beispiel beträgt die Mittelgebühr für eine Einkommensteuererklärung über 40.000 € 315,17 €. Tendenziell wird die Gebühr in kleineren Ortschaften eher darunter liegen und in Ballungsgebieten und Großstädten näher an der Mittelgebühr. Verlangen Steuerkanzleien gar den höchstmöglichen Betrag (hier: 541,20 €) können Mandanten eine Erklärung des Steuerexperten verlangen.