Steuerberaterkosten – wie setzen sie sich zusammen, womit sollte man rechnen?

Wer Geld sparen will, muss Geld investieren – was sich seltsam anhört, ist bei einem guten Steuerberater in jedem Fall angesagt. Der Grund dafür ergibt sich aus der Differenz zwischen den erzielten Einsparungen und den veranschlagten Kosten, die der Mandant in der Regel als Gewinn verbuchen kann. Selbst wenn die Steuerberaterkosten etwas höher ausfallen und der Mandant draufzahlt, bleibt der Ärger mit dem Finanzamt aus.

Überschaubare Steuerberaterkosten sind der Grundstein einer guten Mandantenbeziehung.

Das ist vor allem für größere Unternehmen ein unverzichtbarer Vorteil, zudem die durch den vermiedenen Mehraufwand eingesparte Arbeitskraft in die Umsatzsteigerung investiert werden kann. Doch auch im Falle von Privatpersonen sind die zu erwartenden Steuerberaterkosten zumeist ein kleiner Preis für einen ruhigen Schlaf und regelmäßige Rückzahlungen vonseiten des Finanzamtes. Mit welchen Kosten man rechnen sollte und wie sich die Steuerberaterkosten zusammensetzen, lesen Sie im folgenden Guide.

Nach welchem System sich Steuerberaterkosten zusammensetzen

Grundsätzlich muss sich der Steuerberater nach der im Steuerberatungsgesetz (StBerG) genannten Gebührenverordnung richten (§ 64 Abs. 1 StBerG). Ein Gewerbe darf der Steuerberater nicht anmelden und auch keine Nebentätigkeit ausüben (§ 32 StBerG). Das sogenannte Standesgesetz ist an dieser Stelle sehr hart und bietet Steuerberatern kaum Bewegungsspielraum, weil der Berater für seinen Mandanten eine kritische Aufgabe übernimmt und diese durch klare Regeln und eine eindeutige Vergütung für beide Seiten deutlich vereinfacht wird. In der Gebührenordnung werden die Steuerberaterkosten unterschieden nach:

* Dem Zeitaufwand
* Dem Wert des Objektes
* Der Art der Aufgabe

Exakter drückt sich hier die sogenannte Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) aus, welche nach § 1 StBVV für alle Selbstständigen, Steuerbevollmächtigten und Steuerberatungsgesellschaften gilt. Um es noch einmal zu betonen: Auch wenn die Steuerberaterkosten ab und an knackig ausfallen, kann der Steuerberater daran nur wenig ändern – er darf seine Gebühren aber durchaus innerhalb des gesetzlich festgelegten Rahmens festlegen. Der letztendliche Preis wird durch den sogenannten Faktor festgelegt, der z. B. immer dann steigt, wenn ungeordnete Unterlagen eingereicht werden, die Zahl der Dokumente extrem groß ist oder die Auflösung des steuerlichen Problems ungewöhnlich komplex ausfällt. Gang und gäbe ist es übrigens, den Mittelwert zwischen der Mindest- und der Höchstgebühr zu wählen.

Nun wird es besonders interessant: Die Steuerberaterkosten sind in der Anlage der StBVV in den Tabellen A bis E für jeden einsehbar. Dabei wird der Gegenstandswert herangezogen, die Grundgebühr nachgeschlagen und im Anschluss mit dem entsprechenden Faktor multipliziert (innerhalb eines gewissen Spielraums – wir erinnern uns). Während der Faktor für eine Erstberatung von 1/10 bis 10/10 betragen darf, kann eine Einkommenssteuererklärung z. B. zwischen 1/10 und 6/10 schwanken. Den höchsten Faktor gibt es in Kombination mit der Erstellung eines Jahresabschlusses: Die Grundgebühr wird in diesem Fall mit 10/10 bis 40/10 verrechnet. Die Tabellen für Steuerberater-Kosten schlüsseln sich wie folgt auf:

* Tabelle A: Beratung
* Tabelle B: Abschluss
* Tabelle C: Buchführung
* Tabelle D: (a) Landwirtschaftliche Betriebsflächen, (b) Jahresumsatz
* Tabelle E: Rechtsbehelfstabelle

Konkrete Beispiele für Steuerberaterkosten

Wenn wir also den Tabellen gemäß ein paar konkrete Beispiele zur Verdeutlichung herannehmen wollen, beginnen wir mit einer einfachen Erstberatung mit einem Gegenstandswert von bis zu 300 € – der geringsten Gebühr auf Tabelle A (Beratung) von 26 €. Nehmen wir nun den Mittelwert von 5/10 her und wenden ihn auf die Gebühr an, erhalten wir eine konkrete Gebühr von 13 €. Viel weniger darf ein Steuerberater übrigens auch nicht nehmen. Die Untergrenze der Steuerberaterkosten sind laut § 3 Abs. 1 StBVV auf 10 € festgesetzt. Werden mehrere Steuerberater gemeinschaftlich auf die gleiche Tätigkeit angesetzt, erhält jeder Steuerberater übrigens laut § 5 StBVV die volle Vergütung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, zahlt dementsprechend mehr. Einen Vorschuss auf die zu erwartende Vergütung zu fordern ist einem Steuerberater laut § 8 StBVV im Übrigen ebenfalls erlaubt.

Ein etwas komplexeres Beispiel stellt z. B. ein fiktiver Mandant dar, welcher 42.000 € im Jahr verdient und seinen Jahresabschluss in die Hände eines fähigen Steuerberaters gibt. Laut Tabelle B (Abschluss) schauen wir unter der Sparte “bis 50.000 €” nach, nehmen die Gebühr von 221 € und wenden einen Faktor von 10/10 bis 40/10 darauf an. Das bedeutet im Klartext, dass der Mandant Steuerberaterkosten von 221 € bis 884 € erwarten kann. Im Normalfall betragen die Steuerberaterkosten in diesem konkreten Beispiel 552,50 € – der Mittelwert, der von den meisten Steuerberatern herangenommen wird. Wer also selbst ein wenig nachrechnen möchte, welche Steuerberater-Preise gerechtfertigt sind, kann das mit vertretbarem Aufwand tun. Immerhin sind die Tabellen am Ende der StBVV für jeden ganz einfach einsehbar.