Übersichtliche Gebühren: Steuerberater halten sich an die StBVV

In Deutschland fällt die steuerliche Rechtslage extrem komplex aus, sodass Privatpersonen schnell an die Grenze des Machbaren stoßen. Verwinkelte und eher unübersichtliche Regelungen sind hier die Norm und auch von der oft erwähnten Steuererklärung auf dem Bierdeckel sind wir noch weit entfernt. Gut hat es da derjenige, der einen guten Steuerberater einschaltet, denn mit der Hilfe eines Profis lässt sich die hiesige Bürokratie deutlich einfacher bezwingen. Neue Mandanten reagieren jedoch oft verwirrt, wenn es an die Entlohnung des Beraters geht. Die Gebühren für Steuerberater sind auf den ersten Blick kaum nachzuvollziehen und unterscheiden sich, je nach Beratungsleistung, teilweise sehr stark. Vergleichen kann man Kundenmeinungen zu Steuerberatern übrigens gut auf Bewertungsportalen wie bewertet.de.

Grundsätzlich gilt, dass die Gebühren für Steuerberater nach der sogenannten Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt werden. Hier kann auch ein Laie alle wichtigen Informationen nachschlagen und selbst ausrechnen, wie viel eine bestimmte Beratungsleistung ungefähr kosten wird. Dabei handelt es sich um durchaus faire Gebühren – Steuerberater werden das zur Verfügung stehende Spiel nur dann ausreizen, wenn der Arbeitsumfang die Entlohnung auch wirklich rechtfertigt.

Die Gebühren für Steuerberater werden sehr exakt geregelt

Wer sich als Steuerberater nicht an die StBVV hält, macht sich ohne Ausnahme strafbar. Geregelt wird das in § 64 Abs. 1 StBerG. Zudem gilt die StBVV für Steuerberatungsgesellschaften, Selbstständige und Steuerbevollmächtigte gleichermaßen – wird eine Steuerberatung angeboten, muss sich der Berater an die im Anhang der StBVV verorteten Tabellen A bis E halten. Die entsprechenden Gebühren für Steuerberater werden im Anschluss, je nach benötigter Arbeitszeit, dem Wert des Objektes und der zu verrichtenden Aufgabe nach oben oder nach unten korrigiert. Hier herrscht zwar ein gewisser Ermessensspielraum in Bezug auf die Gebühren, Steuerberater werden aber trotzdem sehr genau die von der StBVV aufgestellten Grenzen einhalten.

Übrigens: Die eher harte Gebührenordnung dient ausschließlich dem Schutz des Mandanten. Wer einem Berater sein Vermögen offenlegt, fühlt sich deutlich sicherer, wenn er durch eine umfassende Gesetzgebung geschützt wird. Die Gebühren für Steuerberater sind mehr als ausreichend, sodass es dem Berater untersagt ist, eine Nebentätigkeit auszuüben oder Provisionen anzunehmen (§ 32 StBerG). Auch das dient natürlich dem Mandantenschutz.

Die Gebühren für Steuerberater ganz einfach mit der Faktorierung berechnen

Wer die letztendlichen Steuerberaterpreise ausrechnen möchte, kann das mit ein wenig mathematischer Beinarbeit ganz einfach selbst in Angriff nehmen. Wie bereits erwähnt, können die Gebühren für Steuerberater, je nach Art und Umfang der Arbeit, nach oben oder unten korrigiert werden. Das geschieht mithilfe des sogenannten Faktors, mit dem die in Anhang A bis E befindlichen Gebühren multipliziert werden. Eine Erstberatung besitzt dabei z. B. einen Faktor von 1/10 bis 10/10, während die Erstellung eines Jahresabschlusses bereits auf 10/10 bis 40/10 kommt.

Beispiel: Eine Erstberatung mit einem Gegenstandswert von bis 300 € wird mit Gebühren von 26 € berechnet. Da die Gebühren für Steuerberater im Regelfall gemittelt werden, ergibt das einen Faktor von 5/10 und für den Mandanten Kosten von 13 €. Ein hervorragender Preis, denn laut § 3 Abs. 1 StBVV beträgt die Mindestgrenze für Beratungsleistungen 10 €.

Mehr ist in Sachen Steuerberatung übrigens nicht gleich besser: Die Steuerberatergebühren steigen natürlich stark an, wenn man mehr als einen Steuerberater auf ein bestimmtes Problem ansetzt, denn gemäß § 5 StBVV steht in diesem Fall jedem Berater die volle Vergütung zu.