Welches Honorar ein Steuerberater erhält und wie es sich herleitet

Wer einen Steuerberater beschäftigt, hat bereits den ersten Schritt auf dem Weg getan, seine finanzielle Zukunft zu sichern. Natürlich ist ein Steuerberater immer mit einigen Kosten verbunden, doch die Einsparungen sind die Investition in aller Regel wert. Immerhin gilt das Steuerrecht der Bundesrepublik Deutschland europaweit als besonders verwinkelt und undurchsichtig. Hat man also nach längerer Suche eine geeignete Kanzlei gefunden, die neben den entsprechenden Fachgebieten auch noch eine angenehme Chemie und ein Büro ganz in der Nähe bietet, kann der Berater loslegen.

Welches Honorar ein Steuerberater verlangt, hängt von den Umständen ab.

Nachdem die erste Rechnung ins Haus kommt, fragt sich der Mandant allerdings nicht selten, wie sich das Honorar eines Steuerberaters eigentlich berechnet. Im folgenden Guide lösen wir diese Frage restlos für Sie auf und geben auch eine Beispielrechnung an. Vorab eine Entwarnung: Das Honorar für Steuerberater ist nicht übertrieben hoch und wird obendrein oft gemittelt. Das absolute Maximum wird nur in wenigen, sehr komplizierten Fällen vom Mandanten verlangt.

Das Honorar für Steuerberater errechnet sich nach Aufwand und Aufgabentyp

Bevor der Steuerberater am Ende des Monats sein Honorar in den Händen hält, müssen einige Stationen durchlaufen werden, damit der letztendliche Preis auch wirklich fair für den Mandanten ausfällt. Dabei darf der Berater weder Provisionen annehmen noch ein Gewerbe oder eine Nebentätigkeit ausüben (§ 32 StBerG). Diese Regelung dient zum Schutz des Mandanten – zwar zählt die Steuerberaterprüfung mit einer Durchfallquote von mehr als 50 % zu den härtesten Examen Deutschlands, eine zusätzliche Absicherung schadet jedoch nicht. Immerhin verfügt der Berater (vor allem mit einer Vollmacht ausgestattet) über einen Großteil des finanziellen Wohls seines Mandanten. Ebenfalls zum Schutz des Mandanten dient § 64 Abs. 1 StBerG, gemäß welchem sich der Berater nach der sogenannten Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) richten muss. Das Honorar für Steuerberater darf nur mithilfe der im Anhang dieser Verordnung befindlichen Tabellen A bis E errechnet werden.

Der betreffende Gegenstandswert und die Art der Aufgabe legen dabei die in den Tabellen festgehaltene Grundgebühr fest. Das Honorar des Steuerberaters wird jedoch ein weiteres Mal modifiziert, und zwar durch den sogenannten Faktor. Dieser schwankt, je nachdem, wie groß der Zeitaufwand ist, wie komplex die zu verrichtende Aufgabe ausfällt und, im Falle einer Großkanzlei, wie viel Gesamtarbeitskapazität die Aufgabe verschlingt. Verschiedene Aufgaben besitzen verschiedene Faktorierungen: Für eine Erstberatung beträgt der Faktor z. B. 1/10 bis 10/10, während er für eine Einkommenssteuererklärung zwischen 1/10 und 6/10 schwankt. Wie bereits eingangs erwähnt, werden die Faktoren im Normalfall gemittelt. Für eine Erstberatung wird die Grundgebühr demnach oft mit 5/10 multipliziert.

Übrigens: Die StBVV gilt für Einzelkanzleien, Gesellschaften und Steuerbevollmächtigte gleichermaßen. Das Honorar für Steuerberater kann also je nach Arbeitsaufwand schwanken, wird sich aber über alle Rechtsformen hinweg und für jede Steuerkanzlei in einem leicht nachvollziehbaren Rahmen bewegen.

Honorar für Steuerberater: Eine Beispielrechnung

Um die ganze Sache ein wenig anschaulicher zu gestalten, ziehen wir eine Bespielrechnung heran: Die Erstberatung stellt, wenn sie nicht gratis ist, den ersten Kostenpunkt dar, den viele Mandanten zu Gesicht bekommen. Eine Privatperson, deren Beratungswunsch sich auf einen Gegenstandswert von bis zu 300 € bezieht (Tabelle A im Anhang; geringste Gebühr), erhält eine Grundgebühr von 26 €. Mittelt man diese, kommt eine konkrete Gebühr von 13 € dabei heraus, die nur knapp über der absoluten Mindestgebühr (§ 3 Abs. 1 StBVV) von 10 € liegt. Das Ganze wird dann am Monatsende verrechnet und ergibt einen Teil des Honorars des Steuerberaters.

Etwas komplizierter gestaltet sich das Ganze, wenn man sich ein Unternehmen ausmalt, welches im Jahr 42.000 € Umsatz erwirtschaftet und dem Jahresabschluss entgegensieht. In der Tabelle B steht unter der Sparte “bis 50.000 €” eine Grundgebühr von 221 €. Der Faktor für einen Jahresabschluss ist mit 10/10 bis 40/10 der höchste Faktor überhaupt was bedeutet, dass der Mandant mit einem Preis von 221 € bis 884 € rechnen muss. Gemittelt kommt der Betrag auf 552,50 € – absolut vertretbar, denn hintenraus spart der Mandant durch die Berechnung eine Menge an Steuern. Das Honorar eines Steuerberaters kann also leicht nachvollzogen werden und ist, in den meisten Fällen, vollkommen gerechtfertigt.

Übrigens: Verlangt der Steuerberater einen Vorschuss auf die zu leistende Vergütung, ist ihm dies gemäß § 8 StBVV ausdrücklich erlaubt.