Steuerberater: Kosten und wie sie sich zusammensetzen

Wer sich mit dem deutschen Steuerrecht auseinandersetzt merkt gezwungenermaßen, dass hier für Privatpersonen schnell die Grenze des Machbaren erreicht ist. Nicht nur, dass die Rechtslage in Deutschland extrem komplex ausfällt. In Sachen Steuern haben die Deutschen sogar europaweit mit dem kompliziertesten Rechtssystem überhaupt zu kämpfen. Wer gerade beim Steuerberater Kosten sparen möchte, sollte sich den Schritt lieber zweimal überlegen.

Wer herausfinden möchte, was Steuerberater kosten, nimmt man besten die Tabellen der StBVV zur Hand.

Ein guter Berater holt vor allem auf lange Sicht gerechnet mit Leichtigkeit mehr Geld herein als er kostet. Um die Kosten für einen Steuerberater jedoch besser einschätzen zu können, sollte man sich mit der sogenannten Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) beschäftigen, welche für den Interessierten alle wichtigen Informationen bereithält – wenn man sie richtig aufschlüsseln kann. Wie sich die Kosten für einen Steuerberater zusammensetzen und mit welchen Kosten man gemeinhin rechnen muss, lesen Sie im folgenden Guide.

Wie setzen sich die Steuerberater-Kosten zusammen?

Der Steuerberater muss sich nach der sogenannten Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) richten und das ohne Wenn und Aber – das wird in § 64 Abs. 1 StBerG auch so festgehalten. In der StBVV werden die zu verrechnenden Gebühren außerdem nach dem benötigten Zeitaufwand, dem Wert des Objektes und der Art der zu verrichtenden Aufgabe unterschieden. Die StBVV gilt dabei für alle Steuerberatungsgesellschaften, Selbstständigen und Steuerbevollmächtigten. Zwar besteht innerhalb der Grenzen der Vergütungsordnung ein geringer Spielraum, generell orientieren sich die Steuerberater-Kosten jedoch exakt an den im Anhang verorteten Tabellen A bis E.

Übrigens: Einem Gewerbe darf der Steuerberater nicht nachgehen, ebenso wenig wie es ihm erlaubt ist, eine Nebentätigkeit auszuüben (§ 32 StBerG). Auch Provisionen anzunehmen ist ihm verboten. Das alles dient natürlich dem Schutz den Mandanten, denn eine Vermögensoffenlegung bedingt ein großes Vertrauen in die Fähigkeiten des Beraters und eine gute Absicherung. Die Steuerberaterkosten werden ebenfalls aus diesem Grund durch die StBVV festgelegt.

Einfache Faktorenberechnung: Steuerberater-Kosten zu berechnen ist leicht

Welcher Preis für den Mandanten letzten Endes übrig bleibt, wird durch den Faktor geregelt. Dieser schwankt je nach Dokumentenmenge, der Schwierigkeit des steuerlichen Problems und anderen Einflüssen. Der Gegenstandswert, welcher in den Tabellen A bis E (im Anhang der StBVV) ermittelt werden kann, wird dabei einfach mit dem Faktor multipliziert. So kann der Mandant leicht die Steuerberater-Kosten nachvollziehen und im Zweifelsfall einfach selber nachrechnen. Die Faktoren schwanken dabei, je nach Aufwand, recht stark: Während die Steuerberater-Kosten für eine Erstberatung in der Regel mit einem Faktor von 1/10 bis 10/10 multipliziert werden, steigt der Faktor bei der Erstellung eines Jahresabschlusses bereits auf 1/10 bis 40/10.

Ein Beispiel: Der Mandant erhält eine Erstberatung mit einem Gegenstandswert von bis zu 300 € und bekommt die geringste Gebühr von 26 € berechnet. Normalerweise nehmen Steuerberater den Mittelwert von 5/10 her, was in diesem Fall 13 € ergibt. Das ist sehr günstig, da laut § 3 Abs. 1 StBVV die Mindestgrenze für Steuerberater-Kosten bei 10 € liegt.

Achtung: Wer gleich mehrere Steuerberater einer Kanzlei auf ein und das gleiche Problem ansetzt, zahlt laut § 5 StBVV für jeden Berater die volle Vergütung. Wer sich doppelt absichern will, muss also auch mit höheren Steuerberater-Kosten rechnen. Im Normalfall ist eine derartige Doppelbeschäftigung allerdings kaum nötig. Wer einen Steuerberater finden will, sollte sich bei der Auswahl also auf seinen persönlichen Berater konzentrieren.