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WER MUSS WANN EINE STEUERERKLÄRUNG MACHEN?

Jedes Jahr drängt sich dem Steuerzahler das leidige Thema “Steuererklärung” auf. Aber muss wirklich jeder eine Steuererklärung machen? Welche Abgabemöglichkeiten gibt es, welche Fristen sind dabei zu beachten und wann ist professionelle Hilfe sinnvoll? Wir beantworten die häufigsten Fragen rund um diese Herausforderung.

Wer muss wann eine Steuererklärung machen?

Wer sich schon einmal mit dem Thema Steuererklärung beschäftigt hat, weiß um die Schwierigkeiten bei dieser Aufgabe. Das betrifft nicht nur Privatpersonen wie Arbeitnehmer oder Rentner, sondern gilt genauso für Freiberufler und Selbstständige, die ihre Steuererklärungen selber machen. Viele Steuerzahler haben in dieser Situation häufig Fragen, die das Steuerrecht betreffen. Dabei tauchen auch Unklarheiten bezüglich der Steuererklärung und absetzbarer Posten auf: Muss ich überhaupt eine abgeben? Bis wann habe ich Zeit? Was kann ich überhaupt von der Steuer absetzen?

Wer muss eine Steuererklärung machen?

Zunächst einmal muss zwischen den verschiedenen Arten von Steuererklärungen unterschieden werden. Die bekannteste ist die Einkommensteuererklärung. In manchen Fällen muss sie abgegeben werden, doch viele Arbeitnehmer sind nicht zu einer Abgabe verpflichtet, sondern können die Formulare freiwillig beim Fiskus einreichen. Deshalb unterscheidet man in Pflicht- und Antragsveranlagung.

Grundsätzlich kann man zwar sagen, dass nur diejenigen eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen (Pflichtveranlagung), die vom Finanzamt dazu aufgefordert werden. Es gibt aber auch konkrete Bestimmungen, wann man eine Steuererklärung machen muss, sodass gar nicht erst auf die Aufforderung seitens des Finanzamtes gewartet werden muss. Trifft einer der folgenden Fälle zu, muss eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden:

  • Beide Ehepartner sind berufstätig, wobei die Steuerklassen III und V gewählt wurden
  • Nebeneinkünfte ohne Lohnsteuerabzug (z. B. Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung), die 410 € pro Jahr übersteigen
  • Neben dem Gehalt wurden weitere Lohnersatzleistungen von über 410 € pro Jahr bezogen (z. B. Arbeitslosen- oder Elterngeld)
  • Es wurde nicht pauschal versteuerter Lohn von mehreren Arbeitgebern bezogen
  • Einer der Ehepartner hat Freibeträge beim Finanzamt eintragen lassen (z. B. für Fahrtkosten oder Behinderung)

 

Steuererklärung als Rentner – das muss man wissen

Rentner müssen immer dann eine Einkommensteuererklärung abgeben, wenn ihre gesamten Einkünfte den jährlich angepassten steuerlichen Grundfreibetrag von 8.820 € (Stand 2017) bei Alleinstehenden, beziehungsweise das Doppelte bei Ehepaaren, übersteigen. Und natürlich, wenn sie dazu aufgefordert werden.

Welche Fristen sind zu beachten?

Wer eine Steuererklärung erstellen will, muss auch gewisse gesetzlich festgelegte Fristen beachten. Bei der Antragsveranlagung wird fälschlicherweise oft angenommen, dass die Einkommensteuererklärung bis Ende Mai abgegeben worden sein muss. Diese Frist – die im Übrigen in Zukunft nicht mehr gelten wird – ist aber nur im Falle einer Pflichtveranlagung einzuhalten. Wer seine Steuererklärung also freiwillig abgeben will, hat ganze vier Jahre Zeit.

Beispiel

Möchte man eine Steuererklärung für 2016 machen, kann diese bis zum 31.12.2020 beim Finanzamt eingereicht werden. Der Stichtag ist dabei immer der 31.12. Übrigens: Wer denkt, dass die Steuererklärung jedes Jahr abgegeben werden muss, wenn man sie ein Mal freiwillig abgegeben hat, der irrt – eine freiwillige Einkommensteuererklärung ist jedes Jahr aufs Neue eine freiwillige Angelegenheit.

Wer hingegen zur Abgabe verpflichtet ist, hat weniger Zeit: Wer die Formulare selbst ausfüllen und beim Fiskus einreichen will, muss vom Gesetzgeber vorgegebene Fristen beachten. Bis etwa 2018 müssen die Formulare bis zum 31.05. des auf das betreffende Steuerjahr folgenden Jahres beim zuständigen Finanzamt eingegangen sein. In den darauffolgenden Jahren wird die Abgabe bis zum 31.07. möglich sein. Möchte man seine Steuererklärung machen lassen, gelten andere Fristen: Der Steuerberater kann die Dokumente bis zum 31.12. bzw. in Zukunft sogar bis zum 28.02. einreichen.

Welche Abgabemöglichkeiten gibt es?

Wenn es um die Abgabe der Einkommensteuererklärung geht, gibt es im Grunde zwei Varianten: Entweder man reicht die Formulare samt nötigen Belegen und Nachweisen in schriftlicher Form beim Fiskus ein oder man gibt sie elektronisch ab. Die letzte Variante wird mittlerweile sogar von den Finanzämtern bevorzugt – diese Unterlagen werden teilweise mit höherer Priorität bearbeitet. Wer also schnell den Steuerbescheid in den Händen halten will, sollte die elektronische Steuererklärung nutzen.

Möglich ist dies entweder mittels einer speziellen Steuersoftware oder online auf einem der bekannten Steuerportale. Wer möchte, kann auch Elster – das kostenlose Onlineportal des Finanzamtes – nutzen. Manche Portale erheben eine geringe Gebühr in Höhe von etwa rund 15 € für die Übermittlung der Daten, die erst dann erfolgt, wenn die Steuererklärung vollständig ausgefüllt ist.

Wichtig ist: Wer seine Steuererklärung online machen will, benötigt für die Übermittlung seiner Daten die elektronische Unterschrift beziehungsweise das sogenannte Elster-Zertifikat. Dieses erhält man durch die Registrierung im ElsterOnline Portal und kann es für eine komplett papierlose Übermittlung der Steuererklärung benutzen. Ohne diese Unterschrift muss der Mantelbogen ausgedruckt und unterschrieben an das zuständige Finanzamt geschickt werden.

Wer sich dennoch für die Abgabe in Papierform entscheidet, kann die notwendigen Formulare ebenfalls auf dem ElsterOnline Portal herunterladen – ganz gleich, ob für eine Einkommen-, Umsatz- oder Gewerbesteuererklärung. So spart man sich den Weg zum Finanzamt.

Welche Formulare werden benötigt?

Neben dem sogenannten Mantelbogen, welcher die persönlichen sowie weitere wichtige Daten des Steuerzahlers enthält, muss die Steuererklärung um weitere Anlagen ergänzt werden. Arbeitnehmer müssen z. B. die Anlagen “N” und “Vorsorgeaufwand” ihrer Steuererklärung beifügen. Dort können sie u. a. Werbungskosten sowie Versicherungsbeiträge (z. B. Kranken- oder Haftpflichtversicherung) geltend machen. Rentner benötigen die Anlage “R”, in welcher Angaben zu Renten und anderen wiederkehrenden Leistungen gemacht werden müssen.

Eltern benötigen die Anlage “Kind” und wer Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt, muss den Mantelbogen der Steuererklärung um die Anlage “V” ergänzen. Einkünfte aus Kapitalvermögen müssen in der Anlage “KAP” angegeben werden während vermögenswirksame Leistungen in der Anlage “VL” eingetragen werden müssen. Und zu guter Letzt gibt es noch die Anlage “AV” – hier können Prämien für die Riester-Rente und ähnliche Altersvorsorgebeiträge steuerlich geltend gemacht werden.

Müssen alle Angaben belegt werden?

Anders als viele Steuerzahler denken, müssen nicht alle Angaben, die in der Steuererklärung gemacht werden, durch entsprechende Dokumente belegt werden. Manche Belege gehören dennoch im Original in die Steuererklärung, um die entsprechenden Aufwendungen von der Steuer absetzen zu können. Hier sind die wichtigsten Belege, die bei der Steuererklärung nicht fehlen dürfen, wenn sie denn vorhanden sind:

  • Bescheinigungen über Lohnersatzleistungen (z. B. Arbeitslosen- oder Elterngeld)
  • Steuerbescheinigungen über Kapitalertragssteuer oder Zinsabschläge
  • Spendenbescheinigungen bzw. Zuwendungsbestätigungen
  • Bescheinigungen über geleistete Altersvorsorgebeiträge
  • Bescheinigungen über vermögenswirksame Leistungen
  • Studienbescheinigungen studierender Kinder
  • Nachweis von außergewöhnlichen Belastungen
  • Nachweise einer Behinderung
  • Nachweis einer Unterhaltsbedürftigkeit