Große Auswahl: Das eigene Steuerbüro sollte man sehr sorgfältig auswählen

Wer Geld verdient bezahlt Steuern und das oftmals nicht zu knapp. Damit mehr für die eigene Verwendung übrig bleibt, ist es fast immer sinnvoll einen Steuerberater einzuschalten, denn der deutsche Paragraphendschungel ist im Bereich des Steuerrechts besonders dicht. Schaltet man einen Fachmann ein, wird nicht nur die Steuererklärung fristgerecht und in allen Belangen bis ins Kleinste korrekt ausgeliefert – auch die Beratung, was die finanzielle Zukunft des Mandanten angeht, wird von Steuerberatern oft übernommen.

Mit einem guten Steuerbüro in der Hinterhand, kann das Finanzamt kommen.

Welches Steuerbüro jedoch zum Mandanten passt, ist nicht immer leicht zu sagen. Zwar kann man sich das Branchenbuch schnappen und die erstbeste Adresse in der Nähe heraussuchen, immerhin stellt die in § 37 StBerG festgehaltene Prüfung die Kompetenz des Beraters sicher, doch das Optimum erreicht ein Mandant erst dann, wenn er ein Steuerbüro gefunden hat, welches wirklich für ihn geeignet ist. Wie man ein gutes Steuerbüro ausfindig macht, wie sich die Büros voneinander unterscheiden und worauf man achten sollte, lesen Sie im folgenden Guide.

Auch ein kleines Steuerbüro kann große Leistung bringen

Grundsätzlich gilt: Das Steuerberaterexamen ist eine der härtesten Berufsprüfungen der Bundesrepublik und wird mit einer Durchfallquote von 50 % nur von wenigen Prüflingen bestanden. Mit einer zwingend nötigen Berufserfahrung von 10 Jahren innerhalb der Steuerbranche für Auszubildungsberufe oder alternativ 2 Jahren und einem umfangreichen Studium im Gepäck, erledigt auch eine frisch bestellte Steuerberaterin Aufgaben, die einen Unternehmer verzweifeln lassen – das Alter der Kanzlei ist also nicht zwingend ausschlaggebend für ihre Qualität.

Mit der gemäß § 34 Abs. 1 StBerG direkt nach der Bestellung gegründeten Einzelkanzlei machen vor allem Privatpersonen selten etwas falsch. Hier arbeitet ein einzelner Steuerberater, der unter Umständen von Steuerfachangestellten oder Buchhaltern unterstützt wird. Ein geeignetes Steuerbüro zu finden kann ab und an etwas schwierig sein, denn Reklame dürfen Steuerberater nicht schalten. Da der Übergang von informativer Werbung zu Reklame fließend ist, verzichten viele Berater ganz auf Werbung jedweder Art – Branchenbücher, die regionale IHK (Industrie- und Handelskammer) und vor allem Bewertungsportale im Internet helfen dem Mandanten jedoch dabei, ein gutes Steuerbüro zu finden. Einer Nebentätigkeit dürfen Steuerberater laut § 32 StBerG übrigens auch nicht nachgeben – das strenge Standesgesetz dient dazu, den Beruf des Steuerberaters so seriös wie möglich ausfallen zu lassen. Immerhin erhält der der Berater Einblick in das offengelegte Vermögen seines Mandanten und entscheidet im Anschluss in vielen Dingen über sein finanzielles Wohl und Wehe.

Übrigens: Damit der Mandant doppelt abgesichert wird, muss jedes Steuerbüro laut § 51 StBerG eine Haftpflichtversicherung vorweisen, die mindestens 250.000 € bei einer Jahreshöchstleistung von 1.000.000 € betragen muss (§ 33 StBerG).

Ein kleines Steuerbüro, welches optimalerweise höchstens 30 km vom Mandanten entfernt liegt, bietet Privatpersonen nicht nur eine kompetente Beratung, sondern auch ein angenehmes Umfeld. Wie bei jedem Beruf mit zwischenmenschlichem Kontakt gilt, dass hier die Chemie stimmen muss. Wichtig: Auch die Erläuterung von Fachtermini und komplexen Problemen muss bei einem Besuch im Steuerbüro klappen. Ein guter Steuerberater strebt immer das Verständnis seines Mandanten für die aktuellen finanziellen Entwicklungen an. Zusätzlich sollte der Berater aktiv auf seinen Mandanten zukommen und ihm Verbesserungsvorschläge liefern. Sogenannte “Verhinderungsberater”, die ausschließlich Bedenken äußern und zur Vorsicht raten, machen ihren Job zwar nicht falsch, eine zukunftsorientierte Beratung sieht allerdings anders aus – das sollte man bei der Suche nach einem Steuerberater unbedingt beachten.

Wenn die Anforderungen steigen, muss ein größeres Steuerbüro her

Wenn es sich um kleinere bis mittlere Unternehmen handelt, kommt auch ein Einzelbüro meist noch mit den Aufgaben zurecht, doch spätestens im Bereich von Großunternehmen muss eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) (§ 49 StBerG) ran. Die Rechtsform der GbR bringt für Mandant und Berater einige Vorteile mit sich und kann als Bürogemeinschaft (jeder Berater haftet einzeln) und Sozietät oder Partnerschaft (die Berater haften zusammen) auch große Dokumentenmengen bewältigen.

Richtig groß ist das Steuerbüro im Falle von Aktiengesellschaften (AG), Kommanditgesellschaften (KG), offenen Handelsgesellschaften (oHG), Partnerschaftsgesellschaften oder Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). Hier werden im Normalfall auch Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte als Mitglieder zugelassen (§ 50 Abs. 2 StBerG), sodass das Steuerbüro dazu in der Lage ist, einen enormen Umfang an Rechtsgebieten abzudecken. Die Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in einem derartig großen Steuerbüro ist die Fähigkeit, unternehmerisch zu denken und auch komplexe Fälle im Bereich des internationalen Steuerrechts schnell und effektiv zu lösen. Insbesondere im Bereich der Buchführung und Jahresabschlüsse ist eine Großkanzlei für internationale Unternehmen kaum unverzichtbar, da die Regelung der steuerrechtlichen Probleme ansonsten einen Großteil der Arbeitszeit beanspruchen würde.

Übrigens: Auch Privatpersonen können sich natürlich an ein sehr großes Steuerbüro wenden, welches auf dem internationalen Parkett tätig ist. Hier wird allerdings kein sonderlich starkes Gewicht auf die Verständlichkeit gelegt – dafür reicht die Zeit der stets ausgelasteten Hochleistungsbüros schlicht und ergreifend nicht aus. Zudem ist es im Falle von kleineren Kanzleien wahrscheinlicher, dass sich eine angenehme Chemie zwischen dem Mandant und seinem Berater entwickelt. Wer zu einem kleinen Steuerbüro greift, bekommt auf diese Weise eher das Gefühl einer persönlichen Wertschätzung und kann so leichter ein gutes Vertrauensverhältnis zu seinem Steuerberater aufbauen.