So geht’s richtig: Die Suche nach einem Steuerberater

Wer sich auf die langwierige Suche nach einem Steuerberater macht, erreicht nicht immer sein Wunschziel. Das ist allerdings nicht dem Mandanten geschuldet, sondern eher den Umständen: Durch ein sehr striktes Standesrecht sind dem Steuerberater einige Maßnahmen untersagt, die sonst unseriösen Geschäften Tür und Tor öffnen würden.

Die Suche nach einem Steuerberater gestaltet sich oft langwierig. Mit diesen Tipps geht das Ganze schneller von der Hand.

Zwar kann man die Suche nach einem Steuerberater auch über Mundpropaganda und die Empfehlungen von Verwandten und Freunden angehen, doch dabei lässt der Mandant unter Umständen eine erhebliche Zahl hervorragender Steuerbüros außen vor. Um bei dem beschwerlichen Treck durch den deutschen Steuerdschungel also einen zuverlässigen Begleiter an der Seite zu haben, sollte man einige einfache Tipps beachten, die Ihnen im folgenden Guide vorgestellt werden.

Warum die Suche nach einem Steuerberater manchmal etwas länger dauert

Das bereits erwähnte strikte Standesrecht verbietet es einem Steuerberater laut § 32 Steuerberatungsgesetz (StBerG) Reklame oder vergleichende Werbung zu schalten. Der Grund dafür ist natürlich, dass die Seriosität der Kanzlei gewahrt bleiben muss – aus dem gleichen Grund darf der Steuerberater übrigens auch keiner Nebenbeschäftigung nachgehen oder sein Geld über Provisionen verdienen. Ein Berater sollte sich zu 100 % der Steuerberatung widmen. Schließlich legt der Mandant sein Vermögen offen und gibt damit sein finanzielles Wohlergehen zumindest zu einem Teil in die Hände des Beraters. Die Suche nach einem Steuerberater kann dadurch aber ein wenig länger dauern, denn durch das Reklameverbot verzichten die meisten Kanzleien auch auf sachliche Werbung, denn der Übergang ist hier oft fließend. Alleine Großkanzleien mit angeschlossener Rechtsabteilung schalten oft informative Werbung, denn durch die juristische Rückendeckung ist die Kanzlei in der Regel auf der sicheren Seite.

Außerdem unterscheiden sich die Kosten für einen Steuerberater selbst innerhalb des gleichen Aufgabenbereiches mitunter deutlich. Der Grund dafür ist die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), welche nach § 1 StBVV für alle Selbstständigen, Steuerbevollmächtigten und Steuerberatungsgesellschaften gilt. Zwar muss sich der Berater an bestimmte Tabellen halten, um die Grundgebühr für den abzurechnenden Dienst zu ermitteln (Tabellen A bis E, für jeden einsehbar im Anhang der Verordnung), doch die Gebühr wird mit dem sogenannten Faktor verrechnet. Dieser richtet sich nach dem Zeitaufwand, dem Wert des Objektes und dem benötigten Aufwand und kann innerhalb eines bestimmten Rahmens vom Berater festgelegt werden. Bei der Suche nach einem Steuerberater sollten also in einem Erstgespräch vorsichtig die Honorarvorstellungen der Kanzlei abgeklopft werden.

Tipp: Wenn das voraussichtliche Honorar für die benötigten Dienste feststeht, sollte außerdem die nach § 15 StBVV zu entrichtende gesetzliche Umsatzsteuer von 19 % aufgerechnet werden. Viele Kanzleien fügen diese ihrem Kostenvoranschlag bereits bei, auf der Suche nach einem Steuerberater schadet es aber nicht, einmal freundlich nachzufragen.

Worauf man bei der Suche nach einem Steuerberater außerdem achten sollte

Vor dem Gespräch über das Honorar muss man den geeigneten Steuerberater allerdings erst einmal finden. Wer keine Branchenverzeichnisse durchforsten möchte, schaut einfach in die Listen der IHK (Industrie- und Handelskammer), welche in der Regel sehr vollständig und gut strukturiert sind. Noch besser ist die Nutzung eines Bewertungportals im Internet, denn hier erhält der Mandant außerdem ein paar aussagekräftige Kundenmeinungen obendrauf – bei der Suche nach einem Steuerberater zählen eben nicht nur die Fachgebiete des Beraters, sondern auch seine Vorgehensweise und die Art, wie er mit seinen Mandanten umgeht. Wer einen Steuerberater sucht, der einen besonders guten Mandantenkontakt pflegt, sollte bei der Sichtung der Mandantenbewertungen insbesondere auf eine gute Chemie achten. Einzelkanzleien und kleine Sozietäten haben hier für Privatpersonen in der Regel einen Vorteil gegenüber Großkanzleien. Einen Steuerberater online zu suchen zählt also zu den einfachsten und effizientesten Vorgehensweisen.

Bei der Suche nach einem Steuerberater ebenfalls sehr wichtig ist die Frage, ob der Berater auf die Fragen des Mandanten eingeht und wie die Beratung angegangen wird. Ein reiner “Verhinderungsberater” geht nicht auf den Mandanten zu, sondern rät eher von finanziellen Unternehmungen ab und mahnt bei jedem Schritt zur Vorsicht. Schlecht ist eine eher umsichtige Herangehensweise eher nicht – wenn die Vorsicht den Berater jedoch unflexibel werden lässt, sollte man sich auf die Suche nach einem neuen Steuerberater machen.

Tipp: Ein weiterer Vorteil der Bewertungsportale ist die leichte Ortung von Steuerkanzleien in der Nähe des Mandanten. Zwar bieten inzwischen viele Steuerbüros eine Onlineberatung an, ein persönliches Gespräch und ein eingehender Steuerberater-Vergleich ist vor großen Entscheidungen jedoch fast immer eine gute Idee. Die Suche nach einem Steuerberater sollte also auch die örtliche Nähe mit einschließen.

Wer sich für eine Großkanzlei entscheidet, muss sich über die räumliche Nähe keine Sorgen machen, denn die Fernberatung ist hier oft erstklassig. Insbesondere große Unternehmen profitieren von der Einschaltung einer Großkanzlei, da diese gemäß § 50 Abs. 2 StBerG fast immer mit einer angeschlossenen Rechtsabteilung, Wirtschaftsprüfern und vereidigten Buchprüfern aufwartet. Zwingend nötig ist die Wahl einer Großkanzlei bei der Suche nach einem Steuerberater aber nicht, denn im Zweifelsfall kann auch problemlos ein externer Wirtschaftsprüfer beauftragt werden.