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VERSICHERUNGEN ABSETZEN – DAS GILT ES ZU BEACHTEN

Wer seine Versicherungsbeiträge in der Steuererklärung angibt, kann vom Staat einiges zurückerhalten. Wer Versicherungen absetzen will, muss darauf achten, alles richtig zuzuordnen und die passende Anlage auszufüllen. Wir erklären, worauf es dabei ankommt und welche Unterscheidungen vorgenommen werden müssen.

Versicherungen absetzen – das gilt es zu beachten

Die Bandbreite an Versicherungen ist riesig. Ob gegen Schäden am Pkw, für den Fall einer kostspieligen Zahn-OP oder einer Berufsunfähigkeit – in Deutschland können sich die Menschen für nahezu jeden Lebensbereich absichern. Hierbei ist für Steuerzahler eine Frage nicht unbedeutend: Kann man Versicherungen absetzen und dadurch steuerliche Begünstigungen erreichen? Die Antwort lautet „Ja“, allerdings müssen einige Dinge beachtet werden.

Zunächst einmal muss man zwischen gesetzlich verpflichtenden Versicherungen und privat abgeschlossenen Policen unterscheiden. Beide Arten dürfen jedoch in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung müssen in voller Höhe steuerlich absetzbar sein. Diese Regel gibt das Bürgerentlastungsgesetz von 2010 vor. Eine Einschränkung ist hierbei allerdings enthalten: Es gelten gewisse Maximalbeträge. Arbeitnehmer und Beamte können maximal 1.900 € absetzen, bei Selbstständigen liegt der Höchstwert bei 2.800 €. Bei Ehepaaren, die zusammen veranlagt werden, gilt jeweils der doppelte Betrag.

Darüber hinaus können die Zahlungen zu folgenden Versicherungen in der Steuererklärung angegeben werden (diese Versicherungen abzusetzen, ist also kein Problem):

  • Zusatzversicherungen
  • Unfallversicherung
  • private Haftpflicht
  • Tierhalterhaftpflicht
  • Haftpflicht für Auto, Motorrad, Roller, Wohnwagen, Anhänger
  • Lebens- und Rentenversicherung (Achtung: Aber nur, wenn sie vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden)

 

Keine steuerliche Berücksichtigung finden hingegen:

  • Kapitallebensversicherung (wenn sie nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden)
  • Kfz-Kaskoversicherung
  • private Rentenversicherung (Kapitalanlagen)
  • Verkehrsrechtsschutzversicherung
  • fondsgebundene Versicherungen

 

Unterscheidung in berufliche und private Risiken

Wenn es darum geht, die unterschiedlichen Versicherungsbeiträge, die über das relevante Jahr geleistet wurden, in der Steuererklärung anzugeben, muss eine wichtige Unterscheidung vorgenommen werden:

  • Versicherungen, die berufliche Risiken abdecken
  • Versicherungen, die private Risiken abdecken

 

Denn je nachdem ob eine Versicherung in die eine oder die andere Kategorie fällt, können die Prämien abgesetzt werden – entweder als Werbungskosten oder als Sonderausgaben. Die Beiträge für Versicherungen rund um berufliche Risiken fallen unter die Werbungskosten.

Im Folgenden sind einige Beispiele für Versicherungen aufgeführt, die in diesen Bereich fallen:

  • Rechtsschutzversicherung (Arbeitsrechtsschutz)
  • Unfallversicherung (für ausschließlich berufliche Unfälle)
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Diensthaftpflichtversicherung (für öffentlich Bedienstete)

 

Bei Versicherungen rund um privates Risiko lassen sich die Beiträge innerhalb der Steuererklärung den Sonderausgaben zuordnen. Diese und weitere Versicherungen lassen sich dem Bereich zuordnen:

  • gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung
  • private Kranken- und Pflegeversicherung
  • Kfz-Haftpflichtversicherung
  • Lebensversicherung (Achtung: Nicht in jedem Fall)
  • Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen
  • Unfall- und Haftpflichtversicherungen

 

Für jeden Bereich das Passende Formular

Werbungskosten
Sie betreffen alle Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Job stehen. Dort können beispielsweise Fahrtkosten, Fortbildungen oder Fachbücher angegeben werden. Hierunter fallen dementsprechend auch die Versicherungsbeiträge rund um berufliche Risiken. Für diese Angaben muss die Anlage N benutzt werden.

Sonderausgaben
Sie sind in der Steuererklärung ein großer Teilbereich, da sie einen recht großen Rahmen abstecken. Hierunter fallen beispielsweise Aufwendungen für die Betreuung der Kinder, Unterhaltszahlungen oder Spenden. In der dazugehörigen Anlage Versorgungsaufwand werden auch die meisten aller absetzbaren Versicherungen eingetragen.

Bei den Vorsorgeaufwendungen werden seit 2010 drei verschiedene Arten unterschieden:

  • Beiträge zur Altersvorsorge
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
  • sonstige Versicherungen

 

Beiträge zur Altersvorsorge
Alle Arbeitnehmer in Deutschland sind dazu verpflichtet, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Auf die Rentenbeträge, die einem einmal ausgezahlt werden, werden zu gegebener Zeit Steuern erhoben. Im Gegenzug können die Beiträge teilweise von der Steuer abgesetzt werden. Der Anteil dieser steuerfreien Beträge steigt bis 2025 jährlich um zwei Prozentpunkte an. Schließlich können maximal 20.000 € geltend gemacht werden, bei Verheirateten sind es entsprechend 40.000 €.

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
Hier ist es unerheblich, ob jemand privat oder gesetzlich versichert ist – diese Beiträge können generell als Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden. Wer diese Versicherungen absetzen will, sollte natürlich berücksichtigen, dass das nur für selbst gezahlte Prämien gilt.

Der Arbeitgeberanteil ist davon ausgeschlossen. Wie weiter oben bereits erwähnt: Wenn es um Einzahlungen in die Grundversorgung geht (Krankenkassenbeitrag und Pflegeversicherung), können diese komplett geltend gemacht werden – das schließt auch Zusatzbeiträge ein. Sollte die Versicherung auch Krankengeld abdecken, zieht das Finanzamt lediglich vier Prozent ab. Damit werden die gezahlten Beiträge nur zu 96 statt zu 100 % berücksichtigt.

Sonstige Versicherungen
Hierzu zählen beispielsweise die Unfall-, die Privathaftpflicht- und die Kfz-Haftpflichtversicherung. Die Angaben und das Einreichen von Unterlagen zu solchen Versicherungen kann man sich in einem Fall allerdings direkt sparen: Wenn der Steuerpflichtige für seine Kranken- und Pflegeversicherung bereits über 1.900 €, beziehungsweise Ehepaare über 2.800 €, gezahlt haben, ist die Höchstgrenze für die Vorsorgeaufwendungen bereits erreicht. Dann können keine weiteren Beträge geltend gemacht werden.

Bei Sonderfällen Kosten aufteilen

Es gibt allerdings auch Sonderfälle: Manche Versicherungen beziehen sich sowohl auf berufliche als auch auf private Risiken – gerade bei kombinierten Policen kommt so etwas vor. Ein Beispiel dafür ist eine Rechtsschutzversicherung, in der der Arbeitsrechtsschutz enthalten ist. Das lässt sich dann natürlich nicht strikt trennen und man fragt sich, wie man solche Prämien absetzen kann. In solchen Fällen werden die Kosten für die betreffende Versicherung in der Steuererklärung auf Werbungskosten und Sonderausgaben aufgeteilt.

Um den beruflichen und den privaten Prämienanteil detailliert zu bestimmen, muss man sich an die Versicherung wenden. Das Finanzamt verlangt nämlich eine Bescheinigung von der jeweiligen Versicherungsgesellschaft, in der die Verteilung ausgerechnet wurde. Sollten diese Angaben nicht zu bekommen sein, hat man noch die Möglichkeit, den beruflichen und den privaten Anteil auf je 50 % zu schätzen. Der Einfachheit halber wird der Sachbearbeiter diese Schätzung wahrscheinlich akzeptieren.

Um zu verstehen, was im Detail beachtet werden sollte, wenn man die einzelnen Versicherungen absetzen und die gezahlten Beiträge in der jährlichen Steuererklärung angeben möchte, schaut man sich die absetzbaren Versicherungen am besten im Einzelnen an.